Zugang eingeschränkt - Social Media erst ab 13, 14 oder 16?
Altersgrenzen für die Nutzung von Social Media im Spannungsfeld zwischen Schutz, Teilhabe und Freiheit
Die politische und gesellschaftliche Debatte über Altersgrenzen für die Nutzung sozialer Netzwerke hat deutlich an Fahrt aufgenommen. Australien verpflichtet Plattformen seit Dezember 2025, den Zugang zu altersbeschränkten Social-Media-Angeboten für unter 16-Jährige zu verhindern. In Europa hat Frankreich als erstes Land ein definitives Social-Media-Verbot für Minderjährige unter 15 Jahren im Juli 2026 im Parlament beschlossen. Das Gesetz verpflichtet Plattformbetreiber zu wirksamen Alterskontrollen und untersagt das Erstellen von Konten für unter 15-Jährige. Es soll im September 2026 in Kraft treten. In Deutschland und auf europäischer Ebene werden derzeit unterschiedliche Schwellen, abgestufte Jugendangebote und strengere Pflichten für Plattformbetreiber diskutiert.
Die Diskussion über die Einführung Altersgrenzen für Social Media erfordert schwierige Abwägungen:
- Wie belastbar sind die Befunde zu psychischen und sozialen Risiken?
- Welche Schutzpflichten treffen den Staat und die Plattformen?
- Über welche Regelungsspielräume verfügen die Mitgliedstaaten der EU?
- Wie lassen sich Alter, Einwilligung und Datenschutz rechtlich und technisch verlässlich zusammenführen?
Und wo würden pauschale Zugangsverbote die Informations-, Kommunikations- und Teilhaberechte junger Menschen unverhältnismäßig beschneiden?
Die 22. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche beleuchten diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven: Medienrecht und Regulierung, Psychologie und Gesundheitsforschung sowie Kinderrechte und Medienbildung. Bewusst werden schutzorientierte, skeptische und vermittelnde Positionen miteinander ins Gespräch gebracht. Ziel ist nicht ein schlichtes Pro oder Contra, sondern die Prüfung tragfähiger Regelungsmodelle zwischen Altersgrenze, sicherer Jugendversion, Plattformdesign und Medienkompetenz.
Die Veranstaltung findet online statt und bietet Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion und zum Erfahrungsaustausch. Die Teilnahme ist kostenfrei. Aus organisatorischen Gründen ist eine vorherige Anmeldung bis zum 3. November 2026 vorgesehen.
Programm
Nähere Informationen folgen.
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