Foto (JPG/Copyright TLM): Impression vom Netzwerk-Treffen der Volontärinnen und Volontäre
Aktuelle medienethische Fragen im Fokus
Netzwerk-Treffen der Thüringer Volontärinnen und Volontäre in der TLM
In der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) fand am 16. Januar 2026 das dritte Netzwerk-Treffen von Thüringer Volontärinnen und Volontären statt. Unter dem Titel „Aktuelle medienethische Fragen“ setzten sich die angehenden Journalistinnen und Journalisten aus allen Mediengattungen mit ethischen Standards und neuen Herausforderungen ihres Berufsstandes auseinander. In den vorangegangenen Treffen war es u. a. um den Einsatz von KI im Journalismus sowie um Übergriffe auf Medienschaffende gegangen.
„Medienethische Fragen stehen heute im Zentrum journalistischer Arbeit wie selten zuvor“, betonte Jochen Fasco, Direktor der TLM. „Digitale Plattformen, soziale Netzwerke und neue technische Möglichkeiten verändern journalistische Arbeitsweisen grundlegend und stellen Medienschaffende vor immer komplexere Entscheidungen. Die angehenden Journalistinnen und Journalisten werden künftig Verantwortung für die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Medien tragen müssen und damit auch für unsere Öffentlichkeit und Demokratie.“
In ihrem Vortrag „Ohne Medienkritik keine guten Medien“ sprach Annika Schneider vom Online-Medienmagazin Übermedien über die Bedeutung kritischer Medienbeobachtung für die Qualität im Journalismus. Sie ging besonders auf den Einsatz von KI, den Umgang mit populistischen Erzählungen sowie die aktuellen Debatten über Migration und Nahost ein.
Am Nachmittag stand die Arbeit des Deutschen Presserats im Mittelpunkt. Anna Ernst vom Deutschen Presserat gab Einblicke in die Aufgaben der freiwilligen Selbstkontrolle der Presse und beleuchtete das Spannungsfeld zwischen journalistischer Freiheit und ethischer Verantwortung. Gemeinsam mit Sergej Lochthofen, Mitglied im Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats, diskutierte sie über ganz aktuelle presseethische Probleme.
In einem anschließenden Workshop bot sich den Teilnehmenden die einmalige Gelegenheit, selbst über Beschwerden zu entscheiden und so die Arbeit des Presserats praktisch nachzuvollziehen. Neben fachlichen Impulsen gab es wie schon in der Vergangenheit viel Gelegenheit für Austausch und Networking.