Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten erschienen
Social Media, Influencing und Verantwortung: Jetzt kostenfrei downloaden
Wie prägen Social-Media-Plattformen die Meinungsbildung junger Menschen? Welche Verantwortung tragen Plattformen, Influencer und Gesellschaft? Und welche Rolle spielt Medienbildung für einen wirksamen Jugendmedienschutz?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich der neue Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht der Landesmedienanstalten „#FollowMe!? Social Media, Influencing und Verantwortung“, der auf der Internetseite der TLM heruntergeladen werden kann.
Der Bericht analysiert Social Media und Influencing als prägende Faktoren digitaler Öffentlichkeit. Plattformen sind heute zugleich Kommunikationsraum, Informationsquelle und Werbeökosystem. Influencer wirken dabei als Meinungsführer und Vorbilder – insbesondere für junge Menschen. Der Bericht zeigt zugleich Risiken wie Desinformation, Extremismus, digitale Gewalt oder problematische Vorbildwirkungen auf, macht aber auch deutlich, welche Bedeutung Medienkompetenz für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Dynamiken hat.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuell intensiv geführten Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige liefert der Bericht eine wissenschaftlich fundierte Einordnung der Herausforderungen und zeigt Handlungsoptionen für Politik und Gesellschaft auf.
Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und Medienkompetenzbeauftragter der DLM, erklärt: „Die Landesmedienanstalten verbinden Jugendmedienschutz und Medienbildung wie kaum eine andere Institution. Bundesweit und in den Ländern unterstützen wir Kinder, Jugendliche, Eltern und pädagogische Fachkräfte mit vielfältigen Projekten, Fortbildungen und Informationsangeboten. Medienkompetenz bedeutet heute, Plattformlogiken, Influencing und algorithmische Verstärkung zu verstehen – und sich souverän in digitalen Öffentlichkeiten zu bewegen.“
Die Landesmedienanstalten engagieren sich bundesweit und in den Ländern mit zahlreichen Medienbildungsangeboten von Projekten für Kinder und Jugendliche über Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte bis hin zu Informationsangeboten für Eltern und Großeltern. Dabei arbeiten sie eng mit Schulen, Bildungseinrichtungen und regionalen Netzwerken zusammen.
Diese Arbeit wurde auch auf der Bildungsmesse didacta am gemeinsamen Stand der Landesmedienanstalten sichtbar. Besucherinnen und Besucher konnten dort verschiedene Projekte und Angebote kennenlernen, die Medienkompetenz praxisnah vermitteln – etwa das Serious Game „THE FEED“ zu Algorithmen und KI, den Nachrichtenkompetenz-Selbsttest „Newstest“ oder das Peer-to-Peer-Beratungsangebot JUUUPORT.
Der neue Bericht bündelt wissenschaftliche Analysen, regulatorische Perspektiven und zahlreiche Praxisbeispiele aus der Medienbildung. Er versteht sich als Beitrag der Medienanstalten zur gesellschaftlichen und politischen Debatte über den Schutz junger Menschen in digitalen Öffentlichkeiten.
Weitere Informationen zur Arbeit der Medienanstalten im Bereich Medienbildung bietet die Broschüre „Medienkompetenz stärken“
Hintergrund:
Der Jugendschutz- und Medienkompetenzbericht erscheint in unregelmäßigen Abständen zu zentralen Herausforderungen digitaler Öffentlichkeit:
• 2019: „Der Ton wird härter – Hass, Mobbing und Extremismus“
• 2022: „Fakt oder Fake? – Jugendschutz, Medienkompetenz und Desinformation“
• 2026: „#FollowMe!? Social Media, Influencing und Verantwortung“
Die Berichte verbinden wissenschaftliche Analyse, regulatorische Perspektiven und medienpädagogische Praxis. Sie leisten damit regelmäßig einen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über Jugendmedienschutz und Medienkompetenz.