Rundfunkpreis Mitteldeutschland 2018

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Preisträger und Jury des Rundfunkpreises Mitteldeutschland 2018 – Hörfunk

Rundfunkpreis Mitteldeutschland 2018 - Hörfunk

Auf dieser Seite finden Sie die Preisträger des Rundfunkpreises Mitteldeutschland 2018.

(Fotograf: Wolfram Schubert)

Preisträger und Nominierte mit Laudatorin Ine Dippmann  (JPG)

Preisträger und Nominierte mit Laudatorin

Kategorie "Beste Moderation"

1. Preis (2.500 Euro) Hagen Ullrich und Jens Umbreit, "19:53 - Der Dresdner Fußballtalk", Radio Dresden

Fußballenthusiasten für Gesprächsrunden mit Spielern, Trainern und anderen Sportjournalisten zu begeistern, ist nicht so schwierig. Aber Leute wie Marke: "WM-Finale kann man schon mal gucken" - die muss man als Moderator erst einmal einfangen. Das gelingt den beiden Preisträgern mit "19:53 - Der Dresdner Fußballtalk" ganz wunderbar. Mit großer Sachkenntnis, mit ganz viel Leidenschaft und Humor. Radio Dresden produziert die Sendung gemeinsam mit Dynamo Dresden, einer Veranstaltungsagentur und Partnern aus der Gastronomie - live vor Publikum. Von ihrer Idee eines Fußballtalks haben die Radiomacher vor drei Jahren ihren Arbeitgeber überzeugt und mit der Sonderausgabe zum 65. Geburtstag von Dynamo Dresden auch die Jury.

Nominierte Beiträge (jeweils 500 Euro)

  • Henriette Fee Grützner und Steffen Lukas, "Vogelstimmenimitator", RADIO PSR
  • Lucie Militzer, "LandesWelle Thüringen am Vormittag und Mittag - mit Lucie Militzer", LandesWelle Thüringen

Preiträgerin und Nominierte mir Laudator Sergej Lochthofen (JPG)

Preiträgerin und Nominierte mir Laudator Sergej Lochthofen

Kategorie "Bester Beitrag"

1. Preis (2.500 Euro) Sophia Hagedorn "Wohnungslos: Der Fall Anna", LandesWelle Thüringen

Es ist die unaufgeregt, faktenreich, aus unterschiedlichen Perspektiven, aber immer mit Empathie erzählte Geschichte von Anna. Auch wenn den meisten Zuhörern die Lebenswelt von Anna mit all den Abstürzen fremd erscheinen mag, so gelingt es Sophia Hagedorn dennoch, die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen. Nach und nach wird bewusst, wie schnell es gehen kann, dass man draußen ist und keinen Halt mehr findet. Ein gebrochener Mensch mit einer gebrochenen Geschichte, es ließe sich leicht mit dem Mitgefühl der Zuhörer spielen. Sophia Hagedorn widersteht der Versuchung. Der Grundton dessen, was sie zu sagen hat, bleibt immer nüchtern und damit überzeugend. Der Beitrag ist Aufforderung und Ermutigung, selbst in schwersten Lebenslagen nicht aufzugeben. Die Juroren waren einstimmig der Meinung, dass es der beste Beitrag ist.

Nominierte Beiträge (jeweils 500 Euro)

  • Simon Dietze, Nick Kreiseler und Benny Wellmann, "89.0 RTL Sektorwoche feat. Big Nick", 89.0 RTL
  • Lisa Milke, "Aufgespießte Schweineköpfe, Holzkreuze und Demonstrationen - Warum ist der Streit um den Moscheebau in Erfurt-Marbach so eskaliert?", LandesWelle Thüringen

Preisträger und Nominierte mit Laudator Stephan Leitel (JPG)

Preisträger und Nominierte mit Laudator Stephan Leitel

Kategorie „Beste eigenproduzierte Werbung/Beste selbstentwickelte Promotion“

1. Preis (1.000 Euro) Christoph Schneider, "Das schönste Geburtstagslied der Welt", R.SA

Christoph Schneider geht bei seiner Promotion-Aktion völlig "unvoyeuristisch" und liebenswürdig zu Werke. Er nutzt alles, was Radio kann: Musik machen, überraschen, emotionale Momente erzeugen oder auch Öffentlichkeit herstellen. In allerbester Absicht schmiedet er hinter dem Rücken des Geburtstagskindes einen Komplott, sammelt Informationen bei Freunden und der Familie, weiht einen Poeten und Sänger ein und bringt dem Jubilar dann punktgenau ein Ständchen im Radio. Der Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, der Mittelalterfreund, der Punkrockbassist - bei ihrem Geburtstagslied konnte man nicht anders, als sie sich alle mit einem Lächeln vorzustellen. So etwas kann nur beste Radiopromotion auf die Gesichter zaubern. Darum entschied die Jury, den Preis an die Pro-Geburtstagskind-Kampagne von R.SA zu vergeben.

Nominierte Beiträge (jeweils 250 Euro)

  • Amrei Gericke, Janina Kersting, Gregor Klimmasch, Tilo Liebsch und Carola Seifert, "Sachsen-Anhalt unzensiert - Die große Radio Brocken Studie", Radio Brocken
  • Barbara Klabunde, Simon Schmolke, Tilo Vogelsang und Frank Wiedemann, "radio SAW - Augen auf die Straße" - "Rockland - Augen auf die Straße", radio SAW und Rockland

Preisträger mir Laudator Olaf Möller (JPG)

Preisträger mir Laudator Olaf Möller

Sonderthema „Nachhaltigkeit – wie geht das?“

1.000 €, gestiftet vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz Christian Geutner, "Zwei Zimmer, Küche, Techno - Von der Partyzone zur Sperrmüllhalde - Das SonneMondSterne Festival als Möbelkaufhaus - Wo hört Feiern auf und fängt Verantwortung an", ANTENNE THÜRINGEN

Selten werden die Schattenseiten von Großevents thematisiert. Wenn nämlich die 35.000 Besucher des SonneMondSterne Festivals an einer Thüringer Talsperre alljährlich rund 200 Tonnen Müll hinterlassen. Im Beitrag wird dieser Missstand nicht bloß benannt oder beschrieben. Nein, die Geschichte wird sehr geschickt weitergedreht. Geradezu als die humoristische Manifestation einer nachhaltigen Denkweise stellt der Reporter auf der Festival-Müllhalde die Einrichtung für eine Zweiraumwohnung zusammen. Ohne auch nur einmal die Stimme oder gar den Zeigefinger zu erheben, verleitet Christian Geutner seine Hörer so zum Nachdenken über Umweltverschmutzung, das eigene Handeln und die Nachnutzung vermeintlicher Abfälle. Der Beitrag zeigt, was Privatradio kann. Er ist unterhaltsam, informativ, originell und passgenau auf die Zielgruppe zugeschnitten. Er bewegt und er kann etwas bewegen.

Preisträger mit Laudator Prof. em. Dr. Rüdiger  Steinmetz (JPG)

Preisträger mit Laudator Prof. em. Dr. Rüdiger Steinmetz

Länderpreis Sachsen (500 Euro)

Maximilian Rauh und Carlo Siebenhüner, "Die Antiverschwenderwoche mit Max und Carlo", ENERGY Sachsen

Die Moderatoren stellen sich einer "Müll-Challenge" im Selbstversuch. Carlo will eine Woche lang "Zero Waste" einkaufen. Max shoppt und isst weiter, wie bisher. Sie testen, wieviel Müll sie in einer Woche produzieren. Reportageartig schildert Carlo das illegale Containern nachts vor einem Supermarkt mit einer Dauer-Containerin. Die Moderatoren führen Telefon-Interviews mit einem Greenpeace-Meer-Müll-Experten und mit der Zero-Waste-Müll-Bloggerin Stefanie. Ihre Erfahrungen vermitteln sie sehr authentisch, dialogisch und in einer Sprache, die der Zielgruppe von ENERGY Sachsen sehr gerecht wird. Den Moderaten gelingt es hervorragend, ihre Hörer mitzunehmen und für das Thema zu sensibilisieren.

Preisträger mit Laudatorin Annekatrin Valverde (JPG)

Preisträger mit Laudatorin Annekatrin Valverde

Länderpreis Sachsen-Anhalt (500 Euro)

Simon Dietze, Amrei Gericke, Janina Kersting, Gregor Klimmasch, Tilo Liebsch und David Zeller, "Das Radio Brocken Spezial zum Tag der Feuerwehr in Sachsen-Anhalt", Radio Brocken

In Sachsen-Anhalt gibt es gerade einmal drei Berufsfeuerwehren. Dem gegenüber steht die überwältigende Zahl von 3.200 Frauen und Männern, die in einer freiwilligen Feuerwehr Dienst tun. Das Redaktionsteam hat sich eine Radiowoche lang mit der großen Bandbreite des Themas Feuerwehr beschäftigt. Vorgestellt wird eine Vielzahl von Einsatzszenarien und sehr mitreißend werden die Feuerwehrleute als Menschen porträtiert, die manchmal Heldenhaftes leisten. Die Reportagen und Beiträge sind sehr authentisch und informativ. Sie lassen den Hörer etwas vermeintlich Selbstverständliches ganz neu entdecken.

Preisträgerin mit Laudator Jochen Fasco und Moderatorin Sina Peschke (JPG)

Preisträgerin mit Laudator Jochen Fasco und Moderatorin Sina Peschke

Länderpreis Thüringen (500 Euro)

Annekathrin Donath, "Der Wolf in Thüringen", LandesWelle Thüringen

Mehrere Generationen von Thüringern kannten den Wolf nur aus Märchen. Jetzt sind die Wölfe zurückgekehrt in der Realität. Für die Naturschützer ist das ein Erfolg. Die Tiere sind per Gesetz geschützt. Andere sehen vor allem das Raubtier, das Hunger hat. Die Schäfer bangen um ihre Schafe, die Jäger um ihre Wildbestände. Die Konfliktsituation baut sich auf, spitzt sich zu. Der Beitrag ist wie ein Hologramm konstruiert. Jeder Teil enthält die ganze Geschichte sowie eine spezielle Facette davon. Eine Stärke liegt in der Geduld der Redakteurin. Sie fragt und hört zu - bis die Gespräche zu einem Punkt kommen, an dem die Interessenvertreter Verständnis für die Argumente der jeweiligen Gegenseite aufbringen können. Hier werden nicht nur Hintergrundinformationen geliefert, sondern auch ein Beispiel für Konfliktmanagement.


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