Fasco im Berliner Abgeordnetenhaus: „Jeder Cent des Rundfunkbeitrags für Medienbildung ist es wert“
Die Zusammenarbeit der Landesmedienanstalten bei der Förderung von Medienkompetenz stand am 26. August 2026 im Mittelpunkt einer Anhörung im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten, Medien des Abgeordnetenhauses von Berlin. Als Sachverständiger war Jochen Fasco, Beauftragter für Medienkompetenz der Landesmedienanstalten und Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), eingeladen. Gegenstand der Anhörung war auf Antrag von CDU und SPD die „Zusammenarbeit der Landesmedienanstalten im Bereich der Medienkompetenz“.
Fasco betonte, dass die Medienanstalten seit mehr als 30 Jahren gemeinsam Medienkompetenz fördern. Bundesweit begleiten sie mehr als 100 Initiativen und Projekte. Dazu gehören etablierte Angebote wie klicksafe, Internet-ABC, JUUUPORT, Handysektor und FLIMMO. Medienkompetenz ist dabei weit mehr als technische Medienkompetenz. Sie ist eine „demokratische Kulturtechnik“, die Menschen befähigt, Informationen zu bewerten, Risiken zu erkennen und sich selbst bestimmt in der digitalen Öffentlichkeit zu bewegen.
Besondere Bedeutung kommt derzeit der Nachrichten- und Informationskompetenz zu. Angesichts von Desinformation, gesellschaftlicher Polarisierung, sozialen Medien und immer mehr KI-generierten Inhalten müsse stärker vermittelt werden, wie Journalismus funktioniert, wie Quellen bewertet werden und woran vertrauenswürdige Informationen zu erkennen sind. „Wer sich in der digitalen Öffentlichkeit eine eigene Meinung bilden will, muss wissen, woher Informationen kommen und welche Interessen dahinterstehen“, sagte Fasco.
Der Chef der Berliner Senatskanzlei, Staatssekretär Florian Graf, würdigte in der Anhörung ausdrücklich die wichtige Arbeit der Landesmedienanstalten und wertschätzte den Freistaat Thüringen bei der Stärkung der Medienkompetenz als „Musterland“. Fasco verwies in diesem Zusammenhang auf die langjährige Zusammenarbeit von TLM, Bildungsbereich und weiteren Ressorts sowie auf die ressortübergreifende Fachstelle Strategische Medienbildung Thüringen.
Zugleich machte Fasco deutlich, dass Medienaufsicht und Medienkompetenz zusammengehörten: „Aufsicht schafft Leitplanken, Medienkompetenz gibt den Menschen den Kompass.“ Die Medienanstalten verbänden deshalb Regulierung und Prävention. Medienkompetenz richte sich dabei nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern ebenso an Eltern, Lehrkräfte, Fachkräfte und ältere Menschen.
Zum Abschluss appellierte Fasco an die Politik, die finanzielle Grundlage für diese Arbeit zu sichern und zu stärken. Gerade für neue Angebote gegen Desinformation und zur Stärkung der Nachrichten-, Informations- und KI-Kompetenz seien ausreichende Mittel notwendig. „Jeder Cent des Rundfunkbeitrags, der in Medienbildung fließt, ist es wert. Gerade in diesen Zeiten müssen wir mehr in die Fähigkeit der Menschen investieren, Informationen einzuordnen und sich ein eigenes, fundiertes Urteil zu bilden.“