v.l.: Stephan König und Jochen Fasco (JPG, Copyright TLM)
Staatssekretär Stephan König zu Gast in der TLM
Austausch über Medienregulierung, Künstliche Intelligenz, Medienbildung und die Zukunft des Medienstandorts Thüringen
Der Thüringer Staatssekretär für Medien und Europa und Bevollmächtigte des Freistaats Thüringen beim Bund, Stephan König, hat am 17. August 2026 die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) besucht. Im Mittelpunkt des Austauschs mit TLM-Direktor Jochen Fasco standen aktuelle medienpolitische und regulatorische Herausforderungen sowie die weitere Entwicklung des Medienstandorts Thüringen.
Themen waren u. a. die Novelle des Thüringer Landesmediengesetzes, die Regulierung großer Online-Plattformen, Künstliche Intelligenz (KI), Jugendmedienschutz und Medienbildung sowie die Sicherung der Medienvielfalt in Thüringen.
Ein Schwerpunkt lag auf der Arbeit der Landesmedienanstalten sowie deren Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission sowie den Sicherheitsbehörden im Rahmen der neuen europäischen Regelwerke. Der Digital Services Act (DSA) und der European Media Freedom Act (EMFA) stärken die Verantwortung großer Online-Plattformen und stellen neue Anforderungen an Transparenz und Nutzerschutz. Auch die Aufsicht über journalistische Sorgfaltspflichten in Online-Medien wurde thematisiert.
Intensiv diskutiert wurden Chancen und Herausforderungen Künstlicher Intelligenz. Technische Instrumente wie KIVI unterstützen die Medienanstalten dabei, mögliche Rechtsverstöße im Netz effizienter zu erkennen. Gleichzeitig gewinnt die Vermittlung von KI-Kompetenz an Bedeutung: Menschen müssen KI-Inhalte und Deepfakes erkennen und den Einfluss von Algorithmen auf ihre Wahrnehmung einschätzen können.
Eng damit verbunden war der Austausch über Medienbildung und Jugendmedienschutz. Regulierung und die Vermittlung von Medienkompetenz wurden dabei als zwei sich ergänzende Instrumente betrachtet. Auch die aktuelle Debatte über Altersbeschränkungen für soziale Netzwerke und die Weiterentwicklung des technischen Jugendmedienschutzes waren Gegenstand des Gesprächs.
TLM-Direktor Jochen Fasco betonte: „Wirksame Medienaufsicht und nachhaltige Medienbildung sind zwei Seiten derselben Medaille. Klare Regeln schützen die demokratische Öffentlichkeit. Zugleich brauchen die Menschen die Kompetenz, Inhalte einzuordnen, Manipulation zu erkennen und souverän zu handeln. Gerade angesichts von Deepfakes und algorithmisch gesteuerten Informationsräumen sind eine handlungsfähige, staatsferne Aufsicht und eine starke Orientierungskompetenz unverzichtbar.“
Daneben ging es um die Sicherung der lokalen und regionalen Medienvielfalt sowie die Stärkung des Medienstandorts Thüringen. Hier war auch die Zukunft der Bürgermedien in Thüringen sowie ihre Bedeutung für lokale Öffentlichkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Medienbildung ein Schwerpunkt. Insbesondere die Sicherung eines tragfähigen Bürgermedienangebots unter veränderten finanziellen Bedingungen wurde diskutiert.
Beim Jugendmedienschutz waren die Debatte um Altersbeschränkungen für soziale Netzwerke und die Weiterentwicklung technischer Schutzinstrumente von besonderem Interesse. Darüber hinaus tauschten sich Staatssekretär König und TLM-Direktor Fasco über die Novellierung des Thüringer Landesmediengesetzes aus.
„Die TLM ist ein wichtiger Garant für Meinungsfreiheit und Vielfalt in der Thüringer Medienlandschaft. Ihre Arbeit stärkt demokratische Strukturen und unterstützt den selbstbewussten und reflektierten Umgang mit Medien“, machte Staatssekretär König im Ergebnis des Informationsbesuches deutlich.