Datenschutzhinweis

Bitte beachten Sie, dass bei der Nutzung der Social-Media-Funktionen Daten zu Facebook übertragen werden. Nähere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärungen.

Drucken Kontakt Downloads RSS

Preisträger des Rundfunkpreises Mitteldeutschland - Bürgermedien Hörfunk und Fernsehen

Auf dieser Seite finden Sie die Preisträger des Mitteldeutschen Rundfunkpreises in der Sparte Bürgermedien Hörfunk und Fernsehen.

Kategorie "Bester Beitrag Nachwuchs Hörfunk"

1. Preis (1.500 Euro)
Kinderredaktion „Jokis“ (Ronja Krakow) „Kinderlärm in Chemnitz“
gesendet vom SAEK Chemnitz, Sachsen

Aus der Jurybegründung:
„Kinder in Chemnitz haben sich auf den Weg gemacht, die Gefühlslage ihrer Mitmenschen zu erkunden. Und heraus gekommen ist ein launiger Beitrag mit interessanten Originaltönen. Sogar der Bürgermeister kommt zu Wort – mit einem schlagenden Argument: „Wenn der Nachwuchs nicht mehr da ist, dann sterben wir irgendwann aus.“ Wäre ja auch schade. Zumal die jungen Radiomacher eine hoffnungsfrohe Vision entwerfen: „Wir glauben an ein friedvolles Miteinander zwischen Alt und Jung!“ Wir von der Jury glauben: Das ist der Erste Preis in der Kategorie Nachwuchs.  Hörfunk, wohlgemerkt. Denn kein Medium eignet sich besser für das Thema „Lärm“ als das Radio.“


Nominierte Beiträge (jeweils 250 Euro)
Projektgruppe der VHS Magdeburg „Der Obstsalat“, gesendet von radio hbw
und
Justin Ehegötz „Wiedervereinigung – das Gebiet Kindel früher und heute“, gesendet vom Wartburg-Radio 96.5 aus Eisenach

 

Kategorie "Bester Beitrag Nachwuchs Fernsehen"

1. Preis (1.500 Euro)
Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Jessen-Nord unter der Leitung von Jörg Kratzsch „The Horrors of Wittenberg – Das Kriegsgefangenenlager Kleinwittenberg”
gesendet im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt

Aus der Jurybegründung:
„Die Menschen in Mitteleuropa leben seit mehr als 70 Jahren in Frieden. Was Krieg bedeutet, dies musste die jetzt lebende Generation nie aus eigenem Erleben erfahren. Der erste Weltkrieg, den die Völker den „großen Krieg“ nannten, ist bereits 100 Jahre her. Der von der Jury für den ersten Preis in der Kategorie Nachwuchs nominierte Beitrag zeigt Geschichte zum Anfas¬sen, Geschichte vor der eigenen Haustür. Die aufwändige und sehr detaillierte Umsetzung eines Stücks Zeitgeschichte fand die Jury überaus preiswürdig.“

Nominierte Beiträge (jeweils 250 Euro)
Janet Torres Lupp „Die Streitschlichter“, SAEK Torgau, gesendet im SAEK Magazin
und
Ferienworkshop Geocaching „Faszination Geocaching“, SAEK Plauen, gesendet im Vogtland Regional TV

Kategorie "Bester Beitrag Erwachsene Hörfunk"

1. Preis (1.500 Euro)
Christian Wortfeld „Das Altenheim im 21. Jahrhundert“
gesendet von Radio Corax

Aus der Jurybegründung:
„Manche O-Töne sind so stark, dass man gut daran tut, sie einfach nur für sich sprechen zu lassen. „Das Altenheim im 21. Jahrhundert“ ist das Beispiel eines Stimmungsbildes, das erst durch die verdichtete Collage zu einem solchen werden kann. Es greift ein Thema auf, das für viele von uns unbequem ist und das viele genau deshalb verdrängen: das Altwerden in Altersheimen. Ein handwerklich hervorragendes Feature, das es schafft, alle Aspekte des Themas mit einer engagierten und mitfühlenden Haltung zu verbinden.“ 

Nominierte Beiträge (jeweils 250 Euro)
Elfriede Baumann „Meine jüdische Freundin“, gesendet von radio okj 103,4 aus Jena
und
Felicitas Förster „Breakdance in der DDR“, gesendet von mephisto 97.6

Kategorie "Bester Beitrag Erwachsene Fernsehen"

1. Preis (1.500 Euro)
Aleksandar Turuntas „Das Paulusviertel – 25 Jahre nach der Wende“,
gesendet im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt

Aus der Jurybegründung:

„Mit ruhiger Erzählweise und gleicher Kameraführung lassen die Autoren die Bewohner des Paulusviertels vergangene und aktuelle Konflikte schildern. Eine Vielzahl von Details, filmisch eingebettet in die Geschichte des Viertels, fügt sich zu einem stimmigen Gesamtwerk. Das Leben in diesem Quartier ist nicht konfliktfrei. Graue, verfallene Fassaden wichen sanierten Straßenzügen, der geplante Neubau eines größeren Wohnkomplexes sorgt für Diskurs…. Ein Blick durch die vergangenen 25 Jahre zeigt, wie sich das Paulusviertel verändert. Ein Fakt, der allgegenwärtig ist, aber der nicht jedem Einwohner gefällt. Auch das ein Spannungsbogen, den der Film zeichnet.“ 

Nominierte Beiträge (jeweils 250 Euro)
Rahel Metzner „Vom Abfall zum Einfall“,  SAEK Leipzig, gesendet im SAEK Magazin
und
Georg Lurz „kraft mal weg“, gesendet im Offenen Kanal Wettin

 

Kategorie Sonderthema "Extremismus - Symptome und Gegenmittel" (Sponsor: KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (je 500 Euro)

Hörfunk
Alexander Moritz „LEGIDA – Vom Untergang des Abendlandes“
gesendet von mephisto 97.6

„Wir sind das Volk!“ – so schallt es 25 Jahre nach dem Fall der innerdeutschen Mauer wieder deutlich durch Deutschland, Leipzig und andere Städte. Doch wer ist dieses ver¬meintliche Volk eigentlich und warum stellen sich so viele Menschen gegen die Legida-Bewegung? Der Beitrag widmet sich diesen Fragen und erklärt das Phänomen Legida ohne den Anspruch zu erheben, schon alle Fragen beantworten zu können. Ein Beitrag, der wirklich zur Aufklärung des Phänomens Legida beiträgt – unauf¬geregt, sachlich, analysierend!

Fernsehen
Mario Bialek „21. Juni 2014, Merseburg stellt sich gegen Geschichtsverdrehung von Neonazis“ 
gesendet im Offenen Kanal Merseburg-Querfurt

„Naziaufmärsche in Deutschland haben wieder deutlich zugenommen in den letzten Jahren. Dabei missbrauchen die verschiedenen Gruppierungen der extrem Rechten Gedenktage wie bspw. denjenigen zum Volksaufstand am  17. Juni 1953 in der DDR. Geschichtsverdrehung und Eigeninterpretation solcher Gedenktage sind dabei an der Tagesordnung. Der Beitrag beschäftigt sich detailliert und hervorragend recherchiert mit dem Naziaufmarsch in Merseburg im Juni 2014. Damit ist es in Zeiten, in denen Journalisten und Journalistinnen und Engagierte gegen rechts von Nazis bedroht werden, ganz besonders auch ein mutiger Beitrag.“

LÄNDERPREISE SACHSEN (je 500 Euro)

Hörfunk
Karoline Knappe „Leben ohne Geld“
gesendet von mephisto 97.6

„Wozu ist Geld eigentlich da?  Macht Geld glücklich? Und kann man ohne Geld leben? Viele Menschen stellen sich sicher diese Frage. „Ja“ sagen die Protagonisten in diesem Beitrag. Die Menschen, die hier zu Wort kommen, denken nicht nur darüber nach ohne Geld zu leben, sie tun es und setzen dabei auf ein großes Netzwerk und die Solidarität ihrer Mitmenschen. Die Macher begegnen den Ideen und Lebensweisen der Menschen  auf Augenhöhe, nehmen sie ernst und verstehen es, mit dem Einsatz von aussagekräftigen O-Tönen die Komplexität des Themas in zehn Minuten darzustellen. Ein praxisnahes Beispiel von alternativem Leben in einem prägnanten Beitrag.“

Fernsehen
Dietmar Häselbarth „Unsere MS und Ich – Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose“
gesendet von info-TV Leipzig

„Wie geht man im Familienkreis mit einer schweren Krankheit um?  Kranksein macht erst einmal hilflos und ohnmächtig. Dadurch verändern sich alle Rollen, auch und besonders in der Familie. Einer der wichtigsten Aspekte bei der Bewältigung von Krisen ist Offenheit und Kommunikation. In Selbsthilfegruppen lernt man genau das: Reden und nicht Schweigen. Dieses einfache und gleichzeitig ungeheuer schwierige Konzept des Umgangs mit der Krankheit  wird durch die Selbsthilfegruppe „Multiple Sklerose“ in besonderer Art und Weise umgesetzt: Die Betroffenen gewähren einen authentischen Blick in ihren Alltag und sind sowohl Protagonisten als auch Filmemacher.“

LÄNDERPREISE SACHSEN-ANHALT (je 500 Euro)

Hörfunk
Stephanie Scholz „Hallescher Ort – Saale“
gesendet von Radio Corax

„Halle und die Saale, eine Stadt, ihr Fluss und die Menschen, die dort leben: das einfache Konzept für diesen Beitrag aus der Radio-Corax-Sendereihe „Hallescher Ort“ wurde so überzeugend mit Leben und Klangvielfalt gefüllt, dass nicht nur der Fluss im Herzen der Stadt, sondern auch seine Anwohnerinnen und Anwohner liebevoll portraitiert. Als Augen- oder besser Ohrenzeugin mit dem Mikrophon gelingt es der Autorin, beim Hörer eine Art inneres Fotoalbum aufzuschlagen, das ihn an das Ufer des Flusses und in die Herzen seiner Menschen mitnimmt.“

Fernsehen
Oleksandr Gorskyi „Durchboxen“
gesendet im Offenen Kanal Magdeburg

„Eine Fernsehproduktion über ein Model, das sich – nach der Einwanderung aus einem fernen Land nach Deutschland – DURCHGEBOXT – hat. Und das nicht nur allegorisch, sondern richtig mit den Fäusten. Das entspricht dann schon nicht mehr den gängigen Klischees. Aber eben auch nicht ganz der Utopie einer geschlechtsneutralen und gewaltfreien Gesellschaft. Prämiert wird die Geschichte einer selbstbewussten jungen Frau, exzellent umgesetzt. Und – was zu beweisen war: Qualität boxt sich am Ende doch immer wieder durch.“

 

LÄNDERPREIS THÜRINGEN (je 500 Euro)

Hörfunk
Gunnar Hamann „Onkel Ho“
gesendet von Radio LOTTE Weimar

„Ein Ölgemälde des vietnamesischen Revolutionsführers Ho Chi Minh wird in Weimar aus einer Galerie gestohlen, in Online-Medien wird das schlechte Gewissen des Täters geweckt, dem seine Tat „super leid“ tut und der das Kunstwerk reuig zurück gibt. Gunnar Hamann macht aus dieser grotesken Geschichte ein lustiges Kurz-Feature, das auch noch die Galeristen zu porträtieren weiß und die Hörer ganz nebenbei darüber aufklärt, dass nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und dass gewisse Situationen mit der nötigen Dosis Humor zu entschärfen sind.“ 

Fernsehen
Heinz Roeske „Heinz unterwegs …“
gesendet im Bürgerfernsehen Gera

„Heinz Roeske liefert mit seiner Reportage „Heinz unterwegs …“ in mehrfacher Hinsicht den Beweis dafür, dass Bürgermedien gerade in diesen Tagen hochgradig relevant sind. Er begibt sich förmlich in die Höhle des Löwen, an jenen exemplarischen Ort, an dem die hässliche Fratze der Fremdenfeindlichkeit offen zur Schau gestellt wird: Eine entstehende Erstaufnahme für Flüchtlinge zieht den Argwohn der Bürger nach sich. In einer Informationsveranstaltung über das Projekt entlädt sich der Zorn der Anwohner. Heinz Roeske kommentiert nicht, er beobachtet. Er fängt O-Töne ein, wie sie sonst kaum zu sehen sind. Und dann passiert etwas, dass so im öffentlich-rechtlichen oder privaten Fernsehen niemals ein Forum bekäme: Eine junge Studentin liest den Brief ihrer Freundin vor, der in der aufgebrachten Menge keinen Platz gefunden hätte. Ganze - und vor allen Dingen ungeschnittene - 12 Minuten hört man den spannenden Erlebnisbericht der Freundin Felicitas, die gegen ihre eigenen Vorurteile anging, indem sie mit Pralinen als Geschenk an der Tür von zwei Syrern in einer deutschen Flüchtlingsunterkunft geklingelt hat und mit ihnen über ihre Situation gesprochen hat. Heinz Roeskes Reportage zeigt, dass man manchmal den journalistischen Baukasten über Bord werfen muss, um mit der Kamera der eigenen Intuition zu folgen.“