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FSJ digital

Fünf freie Fortbildungstage zum Thema „#kultur_mit_medien – Kultur digital erleben!“ im Rahmen des FSJ Kultur, FSJ Politik und BFD Kultur und Bildung vom 30. November bis 04. Dezember 2020 im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Gera (TMBZ Gera)

Die Fortbildungstage werden veranstaltet von der TLM, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Thüringen e. V.

Hintergrund

Der digitale Wandel ist Realität. Die technologischen Entwicklungen sind allgegenwärtig und verändern die Art, wie wir uns informieren, wie wir kommunizieren, wie wir konsumieren – kurz: wie wir leben. Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie tritt dieser Wandel intensiv zu Tage. Von der Mediatisierung sind auch die gesellschaftlichen Sektoren Kunst und Kultur als elementare Bausteine offener und demokratischer Gesellschaften betroffen.

Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Sektoren Kunst und Kultur steht folglich die Erweiterung des Zugangs und die Eröffnung neuer digitaler Partizipationsmöglichkeiten im Vordergrund. Die Öffnung der Kunst- und Kultureinrichtungen und die Publikumsorientierung mittels medialer Vermittlungsangebote stellen eine Herausforderung dar. Aktuell gilt es, die Chancen der Digitalisierung zu er-greifen und in der Alltagswelt umzusetzen.

Ziel der Fortbildungstage „#kultur_mit_medien – Kultur digital erleben!“ ist es, mittels digitaler Medien und Formate die Kommunikationspraktiken der Jugendlichen aufzugreifen, die Rezeption an die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen anzupassen sowie den Vermittlungszugang zielgruppenspezifisch zu erweitern. Digitalisierung bietet Chance, Kunst und Kultur neu erfahrbar zu machen, eröffnet neue Formen und Möglichkeiten für die Didaktik und die Rezeption von Kunst und Kultur. Die Freiwilligen werden verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten kennenlernen wie beispielsweise den Audioguide, die digitale Schnitzeljagd, das 360°-Video und das Computerspiel mit eigens entworfenen Games-Design. Auch werden die Freiwilligen befähigt, in der Einrichtung ihr eigenes Digitalprojekt umzusetzen. Die Fortbildungstage sind modular aufgebaut und sind folglich dargestellt.

Inhalt

Einstieg I: Ich und meinen Digital-Kosmos
Die Selbstbeobachtung und -reflexion in Bezug auf die eigene Nutzung von digitalen Medien steht im Mittelpunkt des thematischen Einstiegs in die Fortbildungswoche.

Digitale Medien nutzen wir zunehmend zur Bewältigung unseres Alltags – zur interpersonalen Kommunikation, zur Information für einen selbst, zur Selbstdarstellung, zur Selbstorganisation und zur Übernahme von tagtäglichen Aufgaben. Als unsere ständigen Begleiter flechten wir sie weit verzweigt in unser Leben ein, ohne uns zumeist über den Umfang und vor allem über die Motive der Nutzung bewusst zu sein. Die Frage nach Sinn, Angemessenheit, Abwägung von Vor- und Nachteilen stellt sich eher unterschwellig und erhält dementsprechend auch keine griffige und bewusste Antwort.

Insofern gilt es vom Medienhandeln einen Schritt zurückzutreten, eine Draufsicht auf den eigenen Digital-Kosmos zu schaffen und sich über die Beweggründe der Mediennutzung bewusst zu werden. Gleichsam erfolgt ein Austausch unter den Teilnehmenden, der zeigt, wie vielfältig die individuellen Medienprofile und wie unterschiedlich deren subjektive Sinnzuschreibungen aussehen können. In der Verständigung über die eigenen Medienwelten, stellen sich Bruchstücke der Medienbiografie in den Kontext einer generationsbezogenen Medienentwicklung.

Einstieg II: Meinung – Haltung – Einstellung: Medien als Menschenbildner
Medien prägen uns unmittelbar in unserer Wahrnehmung und Interpretation der Welt. Mittels Internet, Fernsehen, Radio und Computerspielen erhalten wir Informationen, wie die Welt ist bzw. wie sie sein könnte. Daraus bauen wir uns ein Bild von Umwelt und Gesellschaft, ihrer Funktionalität bzw. Dysfunktionalität, ihrem Zusammenhalt, Fortschritt, ihren Problemen und Problemlösungen. Idealerweise bilden wir uns eine eigene Meinung, eine Position und Haltung zu den verhandelten Thematiken. Dabei ist dieser Prozess sehr sensibel. Der Zugang zu Informationen, ihre Auswahl, ihre medienspezifischen Darstellungsformen, ihre inhaltliche Ausgewogenheit bestimmen unmittelbar mit, wie ich medial vermittelte Vorgänge beurteile und welche Stellung ich beziehe. 

Die Teilnehmenden sollen sich dem Prozess ihrer Meinungs- und Haltungsbildung über Medien bewusst werden, um kompetent Konstrukteur ihrer Wirklichkeit mit Hilfe von Medien sein zu können. Dies beinhaltet die kritische Betrachtung und Einschätzung von möglicher Beeinflussung, ihren Strategien und den gegebenen Gegenstrategien.

Einstieg III: Medien als Kulturvermittler – mediale Ausdrucks- und Präsentationsformen
Medien sind qua Definition Teil der kulturellen Landschaft. Sie sind Ausdruck kulturellen Schaffens, in dem sie Inhalte und Werte für die Gesellschaft generieren und transportieren. Diese beiden Ebenen, die Herstellung von eigenen Formen von Kultur, als auch das Instrument, kulturelle Güter zu transportieren, sollen die Teilnehmenden kennen und verstehen lernen. Medien bergen kreative Ausdrucks- und mit digitalen Medien auch zunehmend kreative Interaktionsformen. Sie ermöglichen die künstlerische Auseinandersetzung auf Basis von auditiven, visuellen und audio-visuellen Wahrnehmungs- und Präsentationskanälen und lassen dabei kulturelle Werke entstehen. Sie selbst sind Mittel und Gegenstand kultureller Exploration.

Gleichsam können kulturelle Güter über Medien einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden bzw. für die Angebote der kulturellen Landschaft interessieren. Diese Möglichkeiten wurden in den letzten Monaten durch die Corona-bedingte Schließung der Einrichtungen zunehmend genutzt. Die Formen sind vielfältig, spannend und können beispielsweise als digitale Fotogalerie, 360°-Video, Audio-Guide zusätzlich zum reinen Informationstransport eine eigene Form der künstlerischen Präsentation darstellen. Die Teilnehmenden erfahren, wie solche medialen Darstellungsformen aussehen können und worin ihre Potenziale liegen. Gleichermaßen werden die medialen Formen nach ihren Grenzen befragt, um ein realistisches Bild ihrer Vermittlungskraft zu entwickeln.

Workshop I: Digitale Hörwelten
Der Achtungsruf nach der Sterblichkeit bestehender Medien, sobald ein neues Medium auf die Bühne tritt, kommt regelmäßig auf und stellt sich ebenso regelmäßig als unwahr dar. Dies gilt für das Buch und dem Comic, dem Kino und dem Fernsehen, dem Radio und dem Internet. Es gibt eher ein ergänzendes Nebeneinander als ein gegenseitiges Auslöschen. Hörmedien erleben gegenwärtig entgegen den Unkenrufen mit Spotify, Podcasts, Hörbüchern, Audoguides, Internetradios geradezu eine Renaissance im Gebrauch und Produktion.

In dem Workshop Digitale Hörwelten lernen die Teilnehmenden verschiedene Formen von Hörmedien und ihre spezifischen Produktionsverläufen kennen. Dies beinhaltet sowohl die Vorbereitungsphase zur Klärung der Zielstellung der Produktion, des Adressatenkreises und der Abwägung einer stimmigen Darstellungs- und Verbreitungsform als auch die konkreten technisch-gestalterischen Produktionsprozesse von der Idee bis zur Fertigstellung des Hörmediums. Ob für Audio-Guides für ein Museum, Beitrag für einen Einrichtungspodcast, Aufbereitung historischer Aufnahmen für ein lokales Jubiläum – im Blick des Workshops bleibt der Zweck und die angemessen genutzten Möglichkeiten von auditiven Medien.

Workshop II: Digitale Bilderwelten
Draufhalten und auslösen – technisch gesehen war es nie einfacher ein ansehnliches Foto zu machen oder ein Video zu drehen. Das Smartphone oder Digitalkamera übernehmen die Optimierung der Aufnahme in jeglicher Licht- und Geräuschsituation. Deren weltweite Veröffentlichung in Sozialen Netzwerken oder dem Versand per E-Mail ist nur einen weiteren Klick bzw. einer Displayberührung entfernt. 

In dem Workshop wird die Wirkkraft von Bildern an sich und in Kombination mit Tonebenen thematisiert. Warum sagt ein Bild mehr als tausend Worte? Wie kann ich gezielt Wirkungen mit Bildern und Tönen erzielen? Welche Formen der Audio-visuellen Darstellungen gibt es? Wie kann ich sie mir für eigene Projekte mit meiner Zielstellung zu Nutze machen?

Dies erfahren die Teilnehmenden in der angeleiteten Produktion eigener Fotos und Filme. Sie erlernen, wie ein Foto- oder Filmprojekt geplant und inhaltlich ausgearbeitet wird. Die medienspezifische Handhabung von Technik und kreativer Gestaltung probieren sie in der konkreten Anwendung digitaler Werkzeuge aus. Dies geschieht immer in Hinblick auf die Art der Veröffentlichung. Kurze Videoclips für Soziale Netzwerke benötigen andere Herangehens- und Umsetzungsweisen als eine Reportage fürs lokale Fernsehen, ein Spielfilm für eine Leinwandpremiere in der Einrichtung oder eine 360°-Produktion eines Exponates.

Workshop III: Virtuelle Welten
Programmieren beinhaltet in der digitalen Welt eine ganz eigene Schaffenskraft von Medien. So basieren Apps, Webseiten, Spiele etc. – die ganze digitale Welt – auf Programmierungen, so dass einige Philosophen und Kulturwissenschaftler Programmieren als eine neue Schlüsselqualifikation für die Zukunft sehen. Wenn nicht in der eigenen Fähigkeit, dann zumindest in dem grundsätzlichen Verständnis von Algorithmen, Big Data und Künstlicher Intelligenz, die Einzug in unseren Alltag haben wird, ob wir wollen oder nicht.

Deshalb setzt der Workshop an den Grundsätzen des Programmierens an, vermittelt die innere Logik, skaliert anhand von kleinen Programmierprojekten die Dimension des Codierens und fordert auf, sich über Vorstellungen von kommenden virtuelle Lebenswelten Gedanken zu machen. Kleine Programmierprojekte wie die Erstellung einer eigenen App, eines Lernspieles oder anderer Anwendungen zeigen das Potenzial für den Einsatz in den entsendenden Einrichtungen.

Workshop IV: 360°-Videos
Der kurze Wokshop zu 360°-Videos ermöglicht den Einblick in die Faszination von 3D-Welten. Die Immersion – also das Eintauchen in eine virtuelle 360°-Umgebung ermöglicht ein Gefühl von vor-Ort-Sein, ohne dass die Person körperlich tatsächlich in dem Raum ist. Die Vermittlung von Informationen in Kombination mit Bild und Ton in einem virtuellen Raum bietet Potenziale für die kulturelle Bildung, wenn die Reichweite des Lernens realistisch eingeschätzt wird.

Im Workshop erfahren die Teilnehmenden, wie ein 360°-Video wirkt, welche Vorbereitungen getroffen und bedacht und welche technischen Geräte und deren Handhabung vorausgesetzt werden müssen.

Referenten/innen
Montag: Mirko Pohl, Referent für Medienbildung und Bürgermedien der TLM

Dienstag und Mittwoch: Marie-Kristin Heß und Sven Jensen, Medienpädagogen/innen im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Erfurt

Donnerstag: Mirko Pohl, Referent für Medienbildung und Bürgermedien der TLM und Andrea Bätzig Medienpädagogin im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Erfurt

Freitag: Olaf Böhme und Martin Groß, Medienassistenten im Thüringer Medienbildungszentrum der TLM in Gera und Mirko Pohl, Referent für Medienbildung und Bürgermedien der TLM