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TLM-Podcast

M!V!T! - Episode 008 | Gast: PROF. DR. CHRISTIAN ALEXANDER, FSU Jena

Audio - 22:38 min

M!V!T! - Episode 008 | Gast: PROF. DR. CHRISTIAN ALEXANDER, FSU Jena

"MEDIEN! VIELFALT! THÜRINGEN!" - Ein Podcast der Thüringer Landesmedienanstalt Episode 008 Gast: PROF. DR. CHRISTIAN ALEXANDER, FRIEDRICH-SCHILLER-UNIVERSITÄT Inhalt: „BIS HIERHER UND NICHT WEITER: ZUM GRENZBEREICH VON JOURNALISMUS UND POLITIK!“TLM-PODCAST MIT PROF. DR. CHRISTIAN ALEXANDER, FRIEDRICH-SCHILLER-UNIVERSITÄTIn Folge 8 des Podcasts „Bis hierher und nicht weiter: Zum Grenzbereich von Journalismus und Politik!“ ist ab 02. Dezember Prof. Dr. Christian Alexander, Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Medienrecht an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, zu hören.Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Frage nach der Funktion politischer Kommunikation in Abgrenzung zu Journalismus und privater Kommunikation. Insbesondere das unterschiedliche Herangehen an medial vermittelte Inhalte durch Selektion als Dritter (Journalismus) oder eigene Positionierung (politische Kommunikation) wirft komplexe und spannende juristische Fragen auf, die hier angerissen werden.Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der mit dem Medienstaatsvertrag neu eingeführte § 19, der für bestimmte Telemedienangebote nun die Einhaltung der journalistischen Grundsätze verpflichtend einführt. Prof. Dr. Alexander erläutert, was Telemedien sind und welche journalistischen Grundsätze zu beachten sind. Dabei betont er auch die Bedeutung eines permanenten Austausches aller Beteiligten aus Journalismus, Politik und Recht z. B. über aktuelle Rechtsprechung.
M!V!T! - Episode 002 | Gast: TLM-Direktor Jochen Fasco

Audio - 19:40 min

M!V!T! - Episode 002 | Gast: TLM-Direktor Jochen Fasco

"MEDIEN! VIELFALT! THÜRINGEN!" - Ein Podcast der Thüringer Landesmedienanstalt Episode 002 Gast: TLM-Direktor Jochen Fasco Transkription [00:00:03.820] - IntroMedien! Vielfalt! Thüringen! Ein Podcast der Thüringer Landesmedienanstalt.[00:00:14.640] - Henryk BalkowHerzlich willkommen zur zweiten Folge. Mein Name ist Henryk Balkow. Ich bin zu Gast in der Thüringer Landesmedienanstalt, habe mir gegenübersitzen den Gastgeber, Hausherrn und Direktor der TLM, Jochen Fasco.[00:00:27.630] - Jochen FascoHallo Herr Balkow.[00:00:28.590] - Henryk BalkowPodcasts gibt's ja gerade wie Sand am Meer. Warum macht jetzt die TLM noch einen Podcast?[00:00:33.840] - Jochen FascoJa, ich meine Podcast boomt, zurecht finde ich. Ich bin selbst ein großer, großer Freund von Podcasts. Es verbindet einerseits diese ortsunabhängige Nutzung, wie man es von Radio kennt, im Auto, im Garten keine Ahnung, in der Küche kann man Radio hören mit einer gewissen Zeitunabhängigkeit. Und so ist es halt auch. Wir erleben es auch gerade im Fernsehen. Man kann Mediatheken gucken und so weiter. Netflix, das ist schon im Kommen und deswegen finde ich es gut.[00:00:56.460] - Jochen FascoUnd übrigens nicht nur ich finde es klasse. Ich finde es auch toll, weil wir, die TLM eben damit ein modernes Instrument der Kommunikation nutzen können. Wir wollen informieren über unsere Themen, Partner, Herausforderungen. Also wie eine Website, wie Facebook. Da war man relativ früh schon drin. Twitter mache ich selbst. Es ist ein Format für moderne Kommunikation.[00:01:15.270] - Henryk BalkowUnd wir wollen ja heute vor allen Dingen sprechen über Medienaufsicht, moderne Medienaufsicht. Wie modern ist denn die Thüringer Landesmedienanstalt?[00:01:24.840] - Jochen FascoAlso ich finde ganz ehrlich, das sollten andere beurteilen. Wir sind eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Also wir sind auch hoheitlich tätig, wir sind also eine Behörde, die haben meistens en verstaubtes Image. Ich glaube, wir nicht. Aber wie gesagt, das sollen andere beurteilen. Wir haben schon eine besondere Rolle. Wir sind staatsfern organisiert, haben mit der Versammlung, da sind über 30 wichtige Personen drin, ein eigenes, ich sage mal in Anführungszeichen Parlament.[00:01:48.900] - Jochen FascoWir haben eine eigene Finanzierungsquelle, auch wenn die ein bisschen dürftig ist, mit dem Rundfunkbeitrag. Ich glaube, auch das Thema Medien ist ein sensibler Bereich. Der ist systemrelevant und hoch wichtig für die Demokratie. Gerade in der Pandemie hat man das immer wieder gesagt. Also ich denke, wir sind schon eine moderne Medienaufsicht. Wenn ich ehrlich bin, wir garantieren Freiheit, wir sichern Vielfalt. Wir bringen Aufsicht auf den Weg und setzen sie um, wenn es zum Beispiel um Schleichwerbung geht.[00:02:16.500] - Jochen FascoPolitische Werbung, die nicht erlaubt ist. Jugendschutz, der nicht eingehalten wird. Und wir sind auch Initiatoren und Ratgeber in Richtung Politik, machen Veranstaltungen, Projekte. Also ich glaube, in dieser Zeit, wo Medien immer schneller wirbeln und das tsunamihaft ist, muss man modern sein, wenn man Medienaufsicht macht. Und das haben wir, glaube ich, in dem einen oder anderen Bereich schon gezeigt.[00:02:39.790] - Henryk BalkowJa, das weiß ich. Wir kennen uns ja auch schon gut 20 Jahre, ist mir letztens aufgefallen.[00:02:43.500] - Jochen FascoJa, stimmt[00:02:44.040] - Henryk BalkowWeil wir beide schon sehr lange in der Thüringer Medienlandschaft unterwegs sind, an unterschiedlichen Stellen. Was ist denn Ihre Sicht auf das Medienland Thüringen? Wie modern sind wir? Wie nah sind wir am Zeitgeist?[00:02:55.770] - Jochen FascoJa, das liegt so ein bisschen im Auge des Betrachters. Was macht wirklich modern aus? Ist es jetzt, wenn man mit Anglizismen kommt und alles hat irgendwie einen tollen englischklingenden Namen? Oder kurz oder Abkürzungen? Ich glaube, es geht darum, dass man Trends erkennt, dass man ein Gespür hat für Entwicklungen und dass das Land Thüringen und der Freistaat darauf reagiert. Und wenn man sich die Medien anschaut, ich hab's eben nur kurz beschrieben, da ist sehr viel, gerade jetzt mit der Krise natürlich, Wandel.[00:03:21.900] - Jochen FascoDie Digitalisierung verändert unglaublich viel. Die Algorithmen haben Einfluss, die Desinformation ist enorm gestiegen. Man muss aufpassen, dass man nicht irgendwie manipuliert wird. Das Thema Qualität ist immer wichtiger geworden. Vertrauen, auch zukunftsfeste Finanzierung, kompetente Akteure und Nutzer. Also sie merken, dass es da ist. So, da ist so viel Musik drin, so viel Entwicklung. Und Thüringen hat, um das jetzt konkret zu machen, Schwerpunkte. Sie kümmern sich sehr stark um junge Menschen, also Kinder-Medien-Land, Goldener Spatz.[00:03:50.130] - Jochen FascoWir sind da auch sehr aktiv. In Thüringen ist das Thema Medienkompetenz kein Sonntagsredenwort. Medienbildung ist enorm wichtig. Wir als Medienanstalt haben das Thüringer Medienbildungszentrum in Erfurt, und in Gera. Viele Kollegen in anderen Bereichen sind aktiv. Die Schulen machen das in Medienkunde. Die Bürgermedien haben sogar im Gesetz stehen, dass sie Medienbildung machen sollen. Das gibt's in anderen Ländern nicht. Audio, wir sind ein Hörfunkland, kann man sagen, wird immer wichtiger.[00:04:14.860] - Jochen FascoUnd zum Beispiel hat Thüringen jetzt gerade in Vorbereitung, dafür sind wir auch zuständig, digitales Radio DAB+ stärker für Private zum Fliegen zu bringen. Lokales wird immer wichtiger. Thüringen hat viele lokale und regionale Angebote Bürgermedien und Lokalfernsehen. Ich glaube auch das große Thema Senioren wird immer wichtiger, auch demografisch. Und da ist zum Beispiel die TLM auch sehr aktiv. Wir machen Senioren-Akademien. Ich bin selbst in den Landesfamilienrat von der Sozialministerin berufen worden, um dieses Thema, das Thema Digitalisierung, stärker anzugehen.[00:04:48.030] - Jochen FascoMan merkt, am Schluss ist das Thüringer Medienland schon ein besonderes. Aber es hat auch die Zeichen der Zeit erkannt.[00:04:55.350] - Henryk BalkowSie haben es eben angesprochen Digitalisierung, das ist ja ein besonders brisantes Thema und hat auch vielleicht durch die Pandemie nochmal einen Schub bekommen, auf den viele lange gewartet haben. Jetzt ist es da und wir sind natürlich auch mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Wie haben sich dadurch die Aufgaben der TLM geändert, da in der Digitalisierung Partner zu sein?[00:05:15.360] - Jochen FascoAlso ich finde einerseits wahnsinnig verändert, andererseits ist auch vieles gleich geblieben. Ist es vielleicht ein Spagat, das zu erklären? Aber vielleicht mal, wenn man sich genauer anschaut, wird es klarer. Also die Vielfalt ist explodiert mit allen Folgen der Unübersichtlichkeit. Also muss man Instrumente haben, und die haben wir auch als Medienanstalten, um die Sachen zu sehen. Wir machen einen Vielfaltsmonitor im Kreis aller Medienanstalten. Medienkompetenz ist wichtig, um die Dinge zu erkennen, die Masse ein bisschen zu durchschreiten. Plattformen übernehmen eine immer wichtigere Rolle.[00:05:45.450] - Jochen FascoDa muss reguliert werden, da braucht es Regeln. Da haben wir als Medienanstalten gerade eine ganze Reihe von neuen Aufgaben bekommen. Auch Medienkompetenz ist hier wieder wichtig. Sie merken, es kommt immer wieder. Intermediäre, das sind diese Großen, diese großen Akteure Facebook, Google, Amazon usw. auch TikTok, werden immer wichtiger, sind quasi die großen neuen Medienakteure in dieser Welt. Die werden und sind genauso mit neuen Regeln versehen worden. Und wir sollen diese auch teilweise deutlich intensiver als vorher überprüfen.[00:06:15.510] - Jochen FascoSoziale Medien, die sind das neue Telefon, finde ich, diese neuen Stammtische und dort ist Hass und Hetze. Da haben wir zum Beispiel eine Initiative "Verfolgen statt nur löschen" gestartet. Denn auch dort ist es wichtig, dass man Regeln einhält. Da macht der Bund, ich finde teilweise ist es ein bisschen kompliziert geworden, eigene Regelwerke und die Länder, die ja für Medien zuständig sind, haben da auch sehr vieles geregelt über die Telemedien, wo wir auch Zuständigkeiten haben.[00:06:39.870] - Jochen FascoIch finde, der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat zurzeit einen Stresstest. Wie stark geht es noch mit dem Vertrauen? Wie sehr sind sie Sprachrohr für die Menschen und deren Erwartungshaltung, dass man ihre Themen auch tatsächlich dann im Programm wiederfindet? Da sind wir übrigens auch wegen der Rundfunkgebühr, heißt sie nicht mehr sondern Rundfunkbeitrag, mit in einem Boot. Und vielleicht ist sogar das Thema Medienbildung auch für die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender ein größeres Thema. Ich glaube am Schluss Desinformation, Manipulation, Datenschutz, lokale Vielfalt das sind Themen, die enormen Zuwachs bekommen haben.[00:07:16.530] - Jochen FascoGanz wichtig ist, dass die Bürgermedien zukunftsfest gemacht werden. Lokales Fernsehen verdient aktuell weniger, weil es weniger Werbung gibt. Vor Ort muss man auch Lösungen finden. Jugendschutz kann man ganz ehrlich ist. Junge Menschen haben mit 12/13 heute mehr Pornos gesehen, als man das jemals sich vorstellen hätte können, weil es einfach so niedrigschwellig möglich ist. Und wir versuchen da auch über die Kommission für Jugendmedienschutz bundesweit, in der bin ich stellvertretender Vorsitzender, hier Regeln und ja auch Aufsicht stärker Platz zu geben.[00:07:46.260] - Jochen FascoDas gelingt uns auch. Da wird es aber auch neue Ansätze brauchen für technischen Jugendmedienschutz, künstliche Intelligenz und am Ende? Ich glaube, die Digitalisierung hat auch die Spaltung in Jung und Alt verstärkt. Wir leben in einer Welt, wo die Älteren immer älter werden, und teilweise gerade die Tage habe ich gehört, da hat einer gesagt, dass Airbnb für viele gar kein Mittel ist, weil sie gar nicht verstehen, wie man digital bucht. Will nur sagen: Wir erleben also Spaltung der Generationen immer noch.[00:08:12.740] - Jochen FascoWir erleben es auch für bildungsnahe und bildungsferne Schichten. Und auch Menschen mit Migrationshintergrund muss man noch anders abholen. Also das Ganze. Ich bin der Meinung, da gibt's viele, viele Aufgaben. Wir sind auch mit dem Thüringer Medienbildungszentrum hier sehr aktiv und da haben Sie völlig recht. Die Pandemie, die war so etwas wie ein Brandbeschleuniger und hat eigentlich deutlich gemacht, wo noch mehr gemacht werden muss.[00:08:34.470] - Henryk BalkowJa, Sie machen es ja auch deutlich, dass Hausaufgabenheft ist ziemlich dick, die Verantwortung sehr groß, was Medien angeht in Krisenzeiten auch die Aggressivität. Also ich spüre das auch an vielen Stellen, dass die und die Spaltung zunimmt und Medien da natürlich eine sehr große Verantwortung haben, in welcher Form auch immer. Jetzt mal Hand aufs Herz Glauben Sie oder inwieweit glauben Sie, ist die Medienbildung da up to date?[00:08:58.290] - Jochen FascoSehr gerne mit der Hand auf dem Herz. Ich bin absolut sicher, sie ist wichtiger denn je. Oft ist das Wort Medienbildung Medienkompetenz Media literacy, wie man mit europäischen Partnern spricht. Digitale Bildung, digitale Verantwortung ist oft ähnlich in Begriffen und ähnlich natürlich auch in dem, was damit gemeint ist. Ein bisschen ist es nicht selten alter und guter Wein in neuen Schläuchen. Aber es geht vor allem darum, dass man den kreativen, kritischen Umgang mit Medien, und die sind natürlich auch sehr breit geworden, ermöglicht, dass Menschen nicht bloß die Jüngeren, auch Eltern, auch Ältere es verstehen, wie diese Sachen funktionieren, wie sie ticken, wie man auch natürlich ein Stück manipuliert wird, nicht nur ökonomisch, dass man die Geldbörse öffnet, auch dass durch politisch bestimmte Konsequenzen, die Entscheidung in der Wahlkabine beeinflusst wird usw.[00:09:46.040] - Jochen FascoUnd Medienbildung ist mit Sicherheit noch up to date. Wir waren ja hier in Thüringen, wenn man das so sagen darf, wir waren bundesweit die ersten, die das als großes Thema einer Landesmedienanstalt auch ins Gesetz geschrieben bekommen haben und aufgegriffen haben. Das ist schon fast 30 Jahre her und ich bin heute Beauftragter für Medienbildung aller Medienanstalten und freue mich auch, dass ich da koordinieren kann, auch europäische Fragen ein Stück unterstützen kann und natürlich auch, wenn es notwendig ist, die eine oder andere Initiative mit begleiten, vielleicht sogar auch starten kann.[00:10:22.660] - Jochen FascoAlso Sie merken, ich bin bei dem Thema Feuer und Flamme, auch mit der Hand auf dem Herz und ich glaube, die Herausforderungen sind wichtiger und größer denn je.[00:10:29.660] - Henryk BalkowSie haben hier etwas ganz Spannendes angesprochen: die Manipulation. Es ist ja auch gerade in Zeiten von Wahlen, mehrere stehen jetzt vor uns, aber auch weltweit ein wichtiges Thema. Manipulation hat ja viel mit Algorithmen zu tun, mit Bots, die im Hintergrund arbeiten. Viele wissen das gar nicht. Wie spiegelt sich das denn in Ihrer Arbeit wider, wenn Sie aufklären, wenn Sie Medienbildung betreiben?[00:10:50.200] - Jochen FascoJa, das glaubt man gar nicht, wie sehr Algorithmen die digitale Welt beherrschen. Und sie sind natürlich auch Grundlage dafür. Nicht bloß übrigens diese Medienwelt, auch die Bankenwelt. Da gehen teilweise Millionenbeträge, Milliardenbeträge in Millisekunden über den Teich, da links und rechts. Und man kann nur hoffen, dass da irgendjemand auch den Blick drauf hat und nicht am Ende neue große Gefahren drohen und vielleicht dann Dinge zusammenbrechen. Nein, sie sind auch übrigens Grundlage, dass wir ausgelesen werden.[00:11:21.800] - Jochen FascoWir sind ja teilweise, in Deutschland nicht ganz so schlimm wie in Amerika, wir sind richtig gläsern. In Amerika kann man mittlerweile mit bis zu 20.000 verschiedenen Einzelfragen Menschen bewerten, weil die ja eben mit ihrem ganzen Verhalten in den sozialen Medien gezeigt haben, dass sie das Lieben, den Lieben, dort abstoßend sind. Und wenn dann zum Beispiel jemand wie Trump oder andere auch übrigens Obama gewählt werden will, dann können die genau sagen: Wir müssen die Leute, die keine Ahnung den Toyota mit grauer Farbe fahren, ich weiß jetzt nicht, die müssen wir genauer ansprechen und mit der und der Message, mit den Fotos und dann könnte es gelingen und es hat geklappt. Also Sie sehen, Algorithmen haben eine wahnsinnige Bedeutung. Das ist aber trotzdem, das ist ja wie nichts anderes, dass da ein Algorithmus sagt ja, wenn das so und so ist, dann macht das und das. Das ist für uns als, ich bin selbst Jurist und kein Informatiker. schon so eine Blackbox.[00:12:13.850] - Jochen FascoUnd wenn man sieht, dass Facebook mehrere zigtausend Male am Tag den Algorithmus verändert, teilweise mittlerweile sogar Computer sich selbst neu kreieren, merken Sie, da muss man, wenn man Regeln schaffen will, ganz anders rangehen. Und vielleicht ist ein Beispiel mit dem Auto ganz passend. Ich muss nicht, wenn wir als Landesmedienanstalt Facebook sagen oder Google, du hast deine Pflicht nicht erfüllt. Übrigens ganz frisch. Seit wenigen Wochen gibt es die Verpflichtung der Medien, auf Intermediäre ganz genau aufzupassen. Sie dürfen nicht irgendwie diskriminieren. Sie müssen transparent sein. Sie müssen auch bei der Reihung z.B. bestimmte Kriterien einhalten. Und ich kann denen doch nicht sagen, ich will eure Blackbox öffnen und mit einer Taschenlampe reingucken, aber wie wenn ein Auto zu schnell fährt hier, wir sitzen hier in Erfurt in der Steigerstraße. Wenn hier ein Auto zu schnell vorbei rast und wird geblitzt, interessiert den Polizisten oder das Ordnungsamt überhaupt nicht die Einspritzpumpe. Der sagt, Du hast einen Fehler gemacht.[00:13:10.310] - Jochen FascoFahr langsamer, kümmere dich, verändere dein Verhalten. Und genau das machen wir als Medienanstalten. Dafür wollen wir uns auch aufbrezeln. Da müssen wir uns auch fit machen. Da wollen wir auch Experten dazu holen und die können wir nicht gut bezahlen. Das müssen Leute sein, die auch aus Ethos heraus das machen. Die Politik hat uns auch nicht mehr Geld mit den neuen Aufgaben gegeben. Aber ich glaube, es wird vielleicht ein anderes Thema. Aber das werden große, große Aufgaben sein.[00:13:32.120] - Jochen FascoWir sind in der Gemeinschaft aller Medienanstalten da auch gut beraten und auch auf gut aufgestellt, diese neuen Aufgaben an zu nehmen. Ich kann ein Beispiel sagen und ich glaube, dass Jens Spahn sich nicht so freut. Er hatte das ganz offen gemacht. Es musste kein Algorithmus verraten, dass dort eigene Bundesangebote im Bereich Gesundheit präferiert werden sollten von Google. Und das hat Google ganz stolz verkündet. Und da haben wir jetzt auch gerade ein Verfahren am Laufen, dass alle Medienanstalten sich das genau anschauen und im Zweifel dann Google sagen, ihr habt hier einen Fehler gemacht.[00:14:04.400] - Henryk BalkowMir macht das ehrlich gesagt auch so ein bisschen Angst als Soziologe, was das mit der Demokratie macht, diese Algorithmen. Zumal es ja noch eine andere große Gefahr gibt. Sie kennen mich ja noch als Journalist. Ich komme aus dem Lokaljournalismus und mir blutet das Herz, wenn ich sehe, wie der Lokaljournalismus eingeht und damit auch die Medienvielfalt, also das jetzt gepaart. Also die Algorithmen auf der einen Seite, die in der digitalen Welt so viel Einfluss auf Meinungen nehmen und dass dann das Korrektiv fehlt, nämlich gerade im Lokalen, das merkt man ja in der Kommunalpolitik und in der Landespolitik. Das ist dann schon ziemlich viel Verantwortung insgesamt. Wie macht sich das denn bemerkbar? Also dass da irgendwie gerade im Lokalen immer mehr an Meinungsvielfalt verloren geht? Welche Rolle spielen da vielleicht doch Bürgermedien, für die Sie ja auch zuständig sind?[00:14:45.560] - Jochen FascoAlso ich bin dankbar für die Frage. Ich glaube wirklich, dass die lokalen Welten, regionale Welten immer wichtiger werden. Vielleicht auch deswegen, weil dieses Internet und diese globale Welt so vor unserer Haustür, vor unserem Bildschirm schon quasi sich öffnet, dass wir auch froh sind, wenn wir noch verstehen, wie das funktioniert, was da, warum wir die Schule geschlossen. Wieso kommt die Umgehungsstraße nicht? Was läuft da gerade ab mit der Ansiedlung oder warum hat es nicht geklappt?[00:15:07.700] - Jochen FascoUnd so weiter. Und natürlich, sie haben recht, wenn es bei der Printwelt, die ja wirklich auch in der großen Krise ist, wenn es da zu Veränderungen kommt und man sich vielleicht sogar immer stärker aus der Fläche zurückzuziehet, auch eine Not ist, weil Menschen nicht mehr in dem Maße das Geld für Print ausgeben wollen. Dann bleiben elektronische Medien, das ist z.B. Lokalfernsehen und es sind Bürgermedien in Thüringen, ganz speziell. Beim Lokalfernsehen, wir hatten das übrigens ein paar Jahre zu unserem Schwerpunktthema gemacht, da haben wir am Ende jetzt die Politik überzeugen können, auch mit Gutachten und so weiter. Dass man hier ran geht. Da gibt's Aktionspläne, also Geld, das wir weitergeben an Lokalfernsehen. Und wir hoffen, dass es da langfristig gesehen, institutionelle, wirklich neue Formen von Finanzierung gibt. Und die Bürgermedien, die haben wir vor zehn Jahren reformiert, gemeinsam alle angefangen, diese Diskussion zu führen.[00:15:57.650] - Jochen FascoUnd da arbeiten wir wirklich dran, wie man sie zukunftsfest machen kann. Eine stärkere Finanzierung durch Kommunen, Land und TLM, ist jetzt da wichtig. Da gab's übrigens auch Aktionspläne und Förderungen, aber da ist langfristig gesehen noch einiges zu diskutieren. Das ist ein neuer Schwerpunkt. Nach dem Thema Lokalfernsehen kommen wir jetzt mehr an die Bürgermedien. Aber da bin ich guter Dinge, dass wir auch die Menschen und die Politik davon überzeugen können, diese weiterhin so stark zu unterstützen.[00:16:22.220] - Henryk BalkowApropos guter Dinge. Meine letzte Frage hat dann nochmal einen erfreulichen Anlass. 30 Jahre TLM sind ja auch der Anlass gewesen für diesen Podcast und mich würde jetzt mal zum Schluss Ihre Vision interessieren. Wovon träumen Sie, was die TLM der Zukunft sein könnte? Vielleicht in 30 Jahren?[00:16:41.420] - Jochen FascoAlso wenn ich träume, dann meistens nicht über die TLM. Aber 30 Jahre ist glaube ich, wenn ich ehrlich bin, auch ein guter Anlass zu sagen: Hey, guckt mal, was wir so tun. Und ich glaube 30 Jahre, das ist fast nicht überblickbar. Und wenn man sich zurückschaut, was vor 30 Jahren die Welt war, die Wendezeit war gerade gewesen. Der private Rundfunk war noch in den Kinderschuhen.[00:17:03.170] - Jochen FascoRadio ist in den Ländern gerade so ein bisschen gestartet. Also Hörfunk ist ja oft Ländersache. Das Internet war ganz, ganz in anderen Urzuständen, Twitter hat´s noch nicht gegeben. Facebook nicht, Google keine Ahnung, Tiktok. Also Wahnsinn was 30 Jahre machen. Es gibt ja dieses Musher Gesetz, es sagt, alle Jahre verdoppelt sich das, die Speichermöglichkeiten, die Geschwindigkeit von Prozessoren. Und wenn man das weiterdenkt und dass man quasi zu Zeiten der Mondlandung mit Computern gearbeitet hat, die in eine halbe Halle gepasst haben.[00:17:33.830] - Jochen FascoUnd heute ist ein altes iPhone schneller als das, was damals gesagt worden ist. Man kann also nicht seriös über 30 Jahre vorausblicken. Ich bin aber sicher, dass Themen wie Vielfalt, wie Demokratie, wie Qualitätsmedien auch die Aufsicht darüber, natürlich Medienbildung, digitale Verantwortung, mit Sicherheit auch in den nächsten Jahrzehnten nicht weniger Bedeutung haben werden. Ich will, es soll jetzt kein falscher Zungenschlag sein. Wir haben jetzt 1,89 Prozent der Rundfunkgebühr, früher mal 2 Prozent.[00:18:03.690] - Jochen FascoNaja, ich glaube auch nicht, dass wir in 30 Jahren ein Dreißigstel wenigstens des Rundfunkbeitrags, wenn es wird ihn noch geben wird, kriegen werden. Aber ich unterstütze massiv auch die politische Forderung aus Thüringen, auch von Herrn Ministerpräsident Ramelow und anderen, die wichtige politische Funktionen hier im Land haben, dass die Medienanstalten mehr und stärker finanziert werden sollten aus der Rundfunkgebühr: 3 Prozent, steht im Raum. Und ich denke, dass z.B. wichtige Zukunftsaufgaben wie lokale Vielfalt und auch noch Medienbildung das auch nötig machen würden und dass die Menschen das auch danken würden.[00:18:38.460] - Henryk BalkowToi, toi, toi.[00:18:39.450] - Jochen FascoOh, danke.[00:18:39.990] - Henryk BalkowHerr Fasco, vielen Dank für das sehr gute Gespräch. Wunderbare, interessante Impulse. Vieles, worüber wir sicherlich auch noch nach diesem Podcast alle sprechen werden. In der nächsten Episode ist Frau Dr. Ute Zacharias zu Gast. Sie ist die Vorsitzende der TLM-Versammlung. Und das Thema wird sein: „Vernetzung. Aufsicht, Initiativen zur Gremienarbeit bei den Landesmedienanstalten“. Ich wünsche Ihnen dabei viel Spaß und alles Gute bei Ihrer Arbeit und feiern Sie schön den 30. Geburtstag der TLM.[00:19:07.680] - Jochen FascoDanke schön Herr Balkow![00:19:09.570] - Henryk BalkowDiesen TLM Podcast „Medien! Vielfalt! Thüringen!“ finden Sie unter anderem auf Spotify, Google Podcast oder Apple Podcast sowie neben vielen weiteren Informationen zur Thüringer Landesmedienanstalt auch unter tlm.de
M!V!T! - Episode 001 | Gast: Ministerpräsident Bodo Ramelow

Audio - 25:10 min

M!V!T! - Episode 001 | Gast: Ministerpräsident Bodo Ramelow

"MEDIEN! VIELFALT! THÜRINGEN!" - Ein Podcast der Thüringer Landesmedienanstalt Episode 001 Gast: Ministerpräsident Bodo Ramelow Transkription [00:00:00.050] musikalisches Intro[00:00:14.500] - Kirsten KramerDie TLM wird dieses Jahr 30. Das nehmen wir zum Anlass, unsere Öffentlichkeitsarbeit ein bisschen aufzumotzen. Man kann uns demnächst nicht nur auf der Homepage nachlesen, man kann uns auch hören, wie wir sprechen mit Menschen, die mit Medien zu tun haben und die über ihre Themen mit uns reden möchten. Ich freue mich sehr, dass sich schon einige bereit erklärt haben. Ich freue mich aber ganz besonders und es ist eine große Ehre für die TLM, dass der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen sich bereit erklärt hat, den Podcastreigen mit der TLM zu eröffnen.Ich möchte mich heute mit Bodo Ramelow über Thüringer Medienpolitik von global bis lokal unterhalten. Mein Name ist Kirsten Kramer. Groß vorzustellen brauche ich, glaube ich, den Ministerpräsidenten des Landes nicht. Nur so viel sei gesagt. Bodo Ramelow ist mit einer kurzen Unterbrechung im Frühjahr 2020 schon seit Dezember 2014 Ministerpräsident des Freistaats Thüringen und war auch schon seit 2001 Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag. Zwischendurch war er mal im Bundestag. Aber Thüringen ist so schön. Er ist schnell wieder gekommen.Herzlich willkommen, Herr Ministerpräsident![00:01:18.820] - Ministerpräsident Bodo RamelowJa, ganz meinerseits. Ich freue mich.[00:01:21.010] - Kirsten KramerThüringen. Ein modernes Medienland. Können Sie mir da zustimmen?[00:01:24.910] - Ministerpräsident Bodo RamelowIch bin sehr begeistert über das, was in der Medienvielfalt in den letzten 30 Jahren entstanden ist. Und die 30 Jahre TLM sind ja auch 30 Jahre unterschiedlicher experimenteller Entwicklung. Ob das das eigene Kinder-Fernsehprogramm in Gera ist, das Studio Geraoder Radio F.R.E.I.. Da war ich noch an der illegalen Sendefunktion indirekt mitbeteiligt. Da war es ja sogar noch eine Straftat, als die gesendet und auf den Dachböden in Erfurt ihre Sendeanlagen mehr oder weniger noch versteckt haben und von der Gewerkschaft HBV, der ich damals vorgestanden habe, die Walkie-Talkies bekommen haben.Ich wusste natürlich nicht, welche Illegalität da begangen wird. Überhaupt nicht. Und deswegen freue ich mich, dass diese Medienvielfalt sich im Laufe der Jahrzehnte nicht nur erhalten, sondern auch verändert und verbessert und in der Vielfalt stark präsent ist.[00:02:24.700] - Kirsten KramerVielfalt ist ein gutes Stichwort. Was macht die Pandemie mit der Vielfalt?[00:02:29.340] - Ministerpräsident Bodo RamelowNaja, wir erleben gerade, dass Dinge, die vor Corona schon falsch gelaufen sind, mit Corona noch einen Turbolader gekriegt haben. Ich erlebe mit großem Bedauern, dass der stationäre Einzelhandel, der die Innenstädte prägt, gerade eine schwierige, ganz schwierige Phase durchmacht. Nicht nur in der Rückkehr zur Normalität, sondern tatsächlich, dass der Online-Handel eine Marktmacht eingenommen hat, die wir uns vor Corona so noch gar nicht vorstellen konnten. Darüber müssen wir neu reden, weil wir über die Innenstädte reden müssen. Wir müssen über die Händler reden, genauso über die bunte Vielfalt. Dasselbe gilt für die Medienlandschaft also auch dort. Wenn ich die Nachricht höre, dass das letzte Druckzentrum in Thüringen schließt und damit keine Tageszeitung mehr in Thüringen gedruckt wird, das erste Bundesland in Deutschland, das keinerlei Tageszeitungsdruck mehr hat, dann merkt man, dass da einiges ins Rutschen gekommen ist. Und das Nutzungsverhalten von uns Bürgern hat sich in Corona Zeiten stark verändert. Ich gebe das gerne zu.Ich habe keinen klassischen Fernseher mehr. Ich glaube, viele Menschen haben das nicht mehr, sondern der Digital-Fernseher, der auch gleichzeitig Streamingprogramme drauf hat, hat einen regen Zulauf gekriegt und das verändert Nutzung und Angebot. Aber es verändert eben auch das, was wir bisher immer eingeübt hatten. Von daher müssen wir uns neu aufstellen und sagen: Was bedeutet das? Was bedeutet „Plattformenangebote“? Wie ist das eigentlich im Telemediengesetz? Und was macht Telegram? Also ein Plattformanbieter, bei dem wir wissen, dass sehr viele Coronaleugner auch dort ihr Unwesen treiben und von dort eine sehr starke Verstärkung auch zur Desinformation stattfindet.Was setzen wir an Qualität dagegen?[00:04:20.140] - Kirsten KramerDas ist ja nun ein Riesenbogen, den Sie hier geschlagen haben vom Einzelhandel zur Desinformation. Leider sind die Verknüpfungen unverzichtbar und tatsächlich auch zu erkennen. Passen da auch die Ereignisse vom 1. Mai, die wir in Weimar hatten, die durch die großen Medien gegangen sind, dass Freiheit und Vielfalt auch ausgenutzt werden können, in dieses Bild?[00:04:40.240] - Ministerpräsident Bodo RamelowLeider ja. Und ich bedauere sehr, dass der Geschäftsführer des Journalistenverbandes ganz hässliche Erfahrungen sammeln musste. Ich hatte mit dem DJV Vorstand gerade eine längere Videokonferenz, um meine Solidarität auch für den Geschäftsführer zu zeigen. Aber auch um dem DJV zu sagen, wir brauchen auch dort einen kraftvollen Staat. Also nicht nur: Wie sieht der neue Presseausweis aus? Welche Bedeutung hat so ein Presseausweis? Sondern: Welche Qualität muss eigentlich damit verbunden sein? Und nicht jeder, der sich Journalist nennt ist wirklich Journalist. Weil es ist leider kein geschützter Beruf, sondern man kann das auch nehmen, um hinter den Reihen auf einmal Unfrieden zu stiften. Und da wird es schwierig, wenn ein Fantasie-Presseausweise auf einmal dazu führt, dass hinter der Polizei nicht nur achtsam geschaut wird, was passiert da gerade, was die Aufgabe von Journalisten ist, sondern dass auf einmal zum Campaigning wird und zur Angriffsfläche. Und das haben wir am 1. Mai leider auch sehen müssen.[00:05:42.380] - Kirsten KramerJa, leider. Da haben Sie völlig Recht. Sie sprachen eben an, dass sich bei Ihnen zu Hause kein klassischer Fernseher mehr befindet. Also der Wandel vom klassischen TV zu Streamingdiensten, der Wandel von der Zeitung, das sagten Sie vorhin im Vorgespräch zum E-Paper und alles irgendwie auch Social Media. Ob es nun Telegram ist oder WhatsApp oder Twitter oder was auch immer. Wie sollte denn moderne Medienpolitik auf so etwas reagieren? Brauchen wir mehr Regulierung? Brauchen wir mehr Bildung? Was ist da Ihr Vorschlag, Ihre Strategie?[00:06:11.690] - Ministerpräsident Bodo RamelowIch würde beides präferieren. Wir brauchen medienkritische Bildung. Also kritisch heißt auch, hinterfragen zu können, ob das, was ich als Bilder geliefert kriege, wirklich wahr sein kann. Das ist mir jetzt in Corona mehrfach passiert, dass mir Menschen, die ich gut kenne und mit denen ich eigentlich einen guten Draht habe, empörte Nachrichten schicken. Und am Ende kommt das von irgendeinem Telegram-Channel, wo ich dann sage, kannst du nicht einfach mal prüfen, einfach mal kritisch selber prüfen.Das ist so ein Stück weit Fähigkeit, die wir auch bei jungen Menschen weiter prägen müssen. Das ist ja das, was die TLM hier in ihrem Haus immer macht und jetzt unter Coronabedingungen eben so nicht machen kann. Aber was dringend notwendig ist und das andere ist tatsächlich wir brauchen andere Formen von Regulation. Ich glaube, dass die jetzigen Regulationsmechanismen so nicht mehr reichen.Ich habe bewusst vom Einzelhandel gesprochen, weil der weltgrößte Player ist mittlerweile eine Datenkrake der besonderen Art. Der sagt immer ich habe doch damit gar nichts zu tun. Aber in Wirklichkeit ist der mittlerweile globale Infrastruktur. Und da entsteht eine globale Marktmacht. Ich will das an dem Beispiel sagen. Amazon generiert im letzten Jahr in ganz Europa 44 Milliarden Euro Umsatz. 44 Milliarden Euro! Das ist so viel, wie alle klassischen Versandhändler früher nicht mal zusammen hatten. Und da merkt man, wenn man sich dann damit beschäftigt, was Amazon wirklich ist, dann steckt dahinter eine riesige Datensituation, bei der der Streamingdienst oder die automatische Maschine, die auf einmal mit dir quatscht und sowas.Und das zieht bei dir zuhause ein und du weißt gar nicht mehr, ist der Fernseher jetzt auf Sendung? Also sendet der? Ist ein Mikrofon an? Und all solche Fragen. Das sind Dinge, die jenseits dessen sind, was wir früher klassisch mit der Medienaufsicht hatten. Und von daher brauchen wir eine digitale Kompetenz, bei der wir auch Antworten geben müssen, die auch im gesetzlichen Rahmen sind, weil ich glaube, dass niemand zu Hause ein Gerät stehen haben sollte, das auf einmal sendet, wenn er nicht will, dass es sendet.Und das Sie in Zukunft die digitale Verknüpfung vom Kühlschrank, von der Heizung, von der Ladefähigkeit Ihres Autos, wenn Sie ein Elektroauto haben, ja alles mit der App steuern über Ihr Smartphone können. Dass das Ganze aber alles wieder mit Datenschnittmengen zu tun hat, sollte uns zumindestens dazu bringen, dass wir auch dieses kritischer, viel kritischer analysieren. Und von daher würde ich mir wünschen, dass die klassische Medienaufsicht und die klassische datenkritische Betrachtung, also die Funktion des Datenschutzbeauftragten sich zum Datenschutz-Kompetenzzentrum verbinden müssen.[00:09:06.280] - Kirsten KramerAlso Aufsicht quasi im Sinne von Kompetenz, Bildung und Beschränkungen übergroßer Machtstrukturen im globalen Bereich?[00:09:15.280] - Ministerpräsident Bodo RamelowGanz eindeutig so wie in den 80er 90er Jahren in den USA schon einmal der damalige Telefon- Global-Konzern ja zerlegt worden ist. Die Bells wurden dann zu Baby Bells. Mittlerweile haben die wieder eine eigene Marktmacht gekriegt. Aber wenn ich mir anschaue, dass drei oder vier große Player mittlerweile die Datennetze kontrollieren und die nächste Generation von Elektroautos werden Elektroautos sein, die vollautomatische Datensammel-Maschinen sind. Also ich habe mir jetzt diesen neuen chinesischen NIO mal technisch angeguckt, die kommen direkt aus der Daten Wirtschaft, die kommen gar nicht mehr aus dem Automobilbau. Aber sie sind eine Datensammel-Maschine und sie sind tatsächlich mit den modernsten Computertechnologie in Ist-Zeit verbunden. Und das können wir uns noch gar nicht vorstellen, was das heißt, wenn dieser Teil der Datennutzung verbunden wird mit deinen Hausgeräten und der Frage, ob dein Kühlschrank in Zukunft die Ware selber bestellt und die Ware auch angeliefert wird. [00:10:37.970] - Kirsten KramerOder die Eintragungen auf der Krankenkasse-karte. Aber vielleicht nochmal zurück vom globalen Bereich, der da sicherlich sehr viele Probleme bereitet oder viele Fragestellungen, die wir auch im Wesentlichen auf europäischer Ebene lösen müssen und gar nicht als Land einzeln betrachten können. Wie ist denn das, wenn wir nochmal hier auf Thüringen gucken? Die globalen Medien sind hier natürlich auch in allen Haushalten eingezogen. Aber wie schätzen Sie denn parallel dazu die Bedeutung lokaler regionaler Informationen ein? Da gibt es, glaube ich, auch was zu tun.[00:10:52.890] - Ministerpräsident Bodo RamelowDa müssen wir einen kräftigen Sprung machen, weil wir in der Digitalität, in der eigenen Vermarktung noch nicht da sind, wo wir sein müssten. Wir müssen in diesem technischen Zeitalter auch in der Lage dazu sein. Wir lassen z.B. gerade alle Schlösser und Burgen digitalisieren, damit wir sie auch präsentieren können. Wir wollen sie touristisch nutzen, wir wollen sie für Online-Medien nutzen. Wir wollen sie als Werbeelement nutzen. Das ist nur ein Beispiel.Und wir brauchen lokale Akteure, die anfangen, Geschichten zu erzählen. Also das, was früher die klassische Lokalredaktion einer Zeitung war, ist ja fast komplett verloren gegangen. Also es gibt ein Zeitungsprodukt, das hat auch noch irgendwelche lokalen Ausrichtungen. Aber den klassischen Lokalredakteur, der ganz auf der lokalen Ebene sozusagen seine Ohren offen hat, der ist ja fast nicht mehr da. Und deswegen brauchen wir diese lokalen Schaufenster. Das heißt, wir brauchen die Angebotsvielfalt, die die TLM selber schafft, die offenen Radios, die auch gleichzeitig Medienbildung betreiben.Wir brauchen aber auch das, was wir mit den kleinen Fernsehstationen geschaffen haben, diese Verschiedenheit bis hin zur Frage, ob man nicht noch mehr Lokalität innerhalb der neuen Netzwerke schafft. Das heißt diese neue digitale Welt schafft ja auch Marktplätze, die wir nutzen können.[00:12:17.100] - Kirsten KramerHeißt das, dass dieses viele Geld, was Sie als Freistaat auch in die Hand genommen haben, um hier Unterstützung zu leisten, also die Aktionspläne, die Soforthilfen in Pandemiezeiten, die es gerade für Bürgermedien, für lokales Fernsehen, für unseren landesweiten Hörfunk gibt, heißt es, dass dieser Bereich auch weiter von Ihnen unterstützt wird? Wollen Sie da vielleicht auch noch weitere Bereiche erschließen? Sie haben gerade Lokaljournalismus angesprochen, Blogger angesprochen. Wo geht die Reise hin?[00:12:43.950] - Ministerpräsident Bodo RamelowIch würde mir wünschen, dass wir tatsächlich an der Stelle so etwas wie eine Kooperation zwischen Volkshochschulen, lokalen Kräften, die die sagen, wir haben ein Interesse, z. B. dass der Feuerwehrverband genauso sagt, wir wollen unsere Feuerwehrgeschichten erzählen und ähnliches, dass wir die alle in die Lage versetzen, sowas auf der Plattform, die über die TLM bisher auch schon möglich waren, sich sogar noch verstärken. Also mir schwebt es vor, dass wir die Lokalität noch stärker in den Vordergrund stellen und die Digitalität und Lokalität miteinander verbinden.Das heißt, dass die Menschen haben zwar etwas, wie Netflix oder andere Sachen, wo sie irgendeinen Konsumangebot kriegen. Aber was sie dabei nicht haben, sie haben nichts aus ihrer Nachbarschaft. Und wir müssen anfangen, die Nachbarschaft zu erzählen. Und da vermischen sich die Ebenen, die früher klassisch getrennt waren zwischen dem Printmedium und Radio und eben dem, was heute Digitalität ist: Die Frage ist: Was ist eigentlich heute digital alles möglich? Da sind den Dingen keine Grenzen gesetzt. Wir müssen sie nur füllen und das Füllen muss unser Auftrag sein. Und da sehe ich uns auch als Land ein Stück weit mehr in der Pflicht. Wir haben ja lange darüber diskutiert, ob nicht eigentlich aus den Rundfunkgebühren ein höheres Maß angewandt werden sollte, auch für solche Bereiche. Das ist jetzt leider zum Verfassungsgericht gegangen. Jetzt müssen wir mal warten, was dabei passiert. Ich habe nicht so viele Mitstreiter gefunden, wie ich mir gewünscht hätte, um tatsächlich lokales Fernsehen auch über solche Möglichkeiten wenigstens ein stückweit zu finanzieren.[00:14:27.300] - Kirsten KramerJa, das ist tatsächlich sehr, sehr, sehr notwendig, denn unsere lokalen Fernsehveranstalter haben ja ein doppeltes Problem. Sie haben einen begrenzten Markt, indem sie sich finanzieren können. Sie haben nur wenig Personal, das sie finanzieren können, weil der Markt begrenzt ist. Und sie haben unendlich viele Themen, die sie bedienen könnten, wenn sie ihr ganzes Spektrum erfüllen würden. [00:14:46.950] - Ministerpräsident Bodo RamelowDas wäre ja ein Verlust an Werbeeinnahmen, weil bestimmte klassische Formen, die früher mal da waren, leider auch verloren gegangen sind.[00:14:52.640] - Kirsten KramerGenau, weil der Bäcker um die Ecke vielleicht eine Bäckerei-Kette geworden ist.[00:14:55.290] - Ministerpräsident Bodo RamelowVon daher, glaube ich, muss man einfach sagen, was könnten wir tun? Ich bin da noch nicht mit allen Akteuren soweit klar, dass wir da jetzt schon sagen könnten das ist schon ausformuliert, aber ehrlicherweise das, was wir mit den lokalen Plänen schon gezeigt haben. Das sagt schon, in welche Richtung es gehen soll.[00:15:13.370] - Kirsten KramerJa, lokale Pläne. Das Stichwort ist für uns auch ganz wichtig hier in der TLM z. B. für die Bürgerradios und die lokalen Fernsehveranstalter. Wir reden auch darüber, inwieweit durch die Digitalisierung nicht diese verschiedenen Medien miteinander verschmelzen, inwieweit wir nicht irgendwann auch einfach bei lokalen regionalen Plattformen landen werden. Das haben sie ja auch schon so angedeutet, oder so nehmen Sie ja auch die Medienwirklichkeit wahr. Spielen die klassischen Verbreitungswege da noch eine Rolle? Hören Sie Radio, sei es über UKW oder DAB? Sehen Sie das noch als Trägermedium an? Nutzen Sie selber sowas?[00:15:45.370] - Ministerpräsident Bodo RamelowJa, der Radiowecker ist immer noch der Radiowecker und die erste Nachrichtensendung ist ein heimischer Radiosender. Und das treibt dann meinen Adrenalinspiegel auch schon gleich in Betriebsbereitschafft. Meine Frau sagt immer: Kannst du nicht einen Klingelton anmachen? Nein, ich möchte gerne die ersten Nachrichten hören. Vielleicht bin ich da noch ein sehr klassischer Mensch. Aber ich merke, wenn ich Interviews gebe, selbst beim Deutschlandfunk, von wem ich auf einmal Rückmeldung kriege.Also ist es interessant, an welcher Stelle welcher Nutzer ist. Noch ist es so, dass Radio stark genutzt wird. Und von daher sollten wir mit den Playern, die wir in Thüringen haben, auch sehr achtsam mit ihnen umgehen und schauen, wie sie ihre eigenen Dinge weiterentwickeln können. Wir haben da ja eine Debatte um den MDR. Also wir als Thüringer waren immer nicht ganz so glücklich, dass wir nicht so viel Produktionen haben, wie wir uns wünschen würden. Wir haben unsere privaten Anbieter, die auch ökonomische Sorgen haben, die man auch stärken muss.Aber es ist auch so, wenn sie mal rund um jeden dieser Anbieter gehen. Ich nutze beim MDR z.B. täglich morgens schon die Seite, um mir die Inzidenzen anzugucken. Mittlerweile haben die auf ihrer Digitalseite so viel Angebote, dass ich das in mit einem Griff und einem Klick auf der App schon erledigt habe. Und wenn ich mir angucke, was bei den privaten Radiosendern auf den Apps los ist, dann sieht man viel Lokalität. Da werden Geschichten erzählt. Da wird was fürs Herz erzählt. Die Katze ist von der Feuerwehr vom Baum gerettet worden. Auch das gehört dazu. Das ersetzt nicht der Streamingdienst, sondern das muss auch eigenständig erzählt werden. Weil das mit der Katze muss auch irgendjemand mal zusammenstellen oder vielleicht ein paar Fotos dazu machen.[00:17:46.780] - Kirsten KramerDas stimmt. Und das sind die Geschichten, die am meisten ankommen und viel genutzt werden. Wenn wir noch einmal von den klassischen Medien zurückkommen zu den sozialen Medien, die ich ja für mich persönlich betrachtet oft gar nicht so sozial finde. Sie sind ja jemand, der sich da sehr viel bewegt, dienstlich, privat, wie auch immer. Sie nutzen das viel und bewegen sich dabei ja auch in so einem Spannungsfeld. Also auf der einen Seite natürlich klassische Öffentlichkeitsarbeit, auf der anderen Seite im politischen Umfeld.Jetzt wären ja z.B. im Wahlkampf ganz schnell auch Grenzen erreicht, in denen man über politische Werbung nachdenken muss. Wo ziehen Sie da denn für sich so die Grenze? Wie schaffen Sie das, das zu unterscheiden? Denn man tritt ja doch leichter in ein Fettnäpfchen.[00:18:29.620] - Ministerpräsident Bodo RamelowJa, aber da muss ich sehr prinzipiell sagen, da gibt's eine ganz harte Trennlinie. Alles, was Verkündung der Staatskanzlei ist und alles, was Verkündung des Ministerpräsidenten ist, läuft über Mitarbeiter der Staatskanzlei. Das sind die eigenen Social-Media aus der Staatskanzlei. Die sind als thueringen.de gekennzeichnet und die sind als Staatskanzlei gekennzeichnet. Da habe ich überhaupt keinen Einfluss drauf. Da werde ich auch keinen Einfluss darauf nehmen. Da beteilige ich mich auch nicht an irgendwelchen Debatten, wer da alles was kommentiert, weil dafür ist der Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Regierungssprecher und die Medienabteilung eigenständig zuständig.Meine eigenen unter meinem Namen laufenden Social-Media-Kanäle sind meine Privatsphäre. Also nicht, weil ich da was Privates erzähle übers Kaffeetrinken, sondern weil das wirklich die mir persönlich von mir bedienten privaten Kanäle sind. Das hat das Verwaltungsgericht Weimar in einem Urteil mittlerweile auch sauber herausgearbeitet, dass meine Social-Media-Kanäle auch jeder Verwaltungsrechtstreitigkeit standhalten. Das ist eine Notwendigkeit, weil die NPD mich einmal verklagt hat beim Verfassungsgericht, dass ich Neutralität zu wahren habe. Diese Neutralität wahre ich, indem ganz klar ist, da wo Bodo Ramelow draufsteht, ist nicht der Ministerpräsident am Start, sondern das ist die politische Person Bodo Ramelow.Und da kann ich mich auch lustig machen über Chemtrails oder über Leute, die die Weltverschwörung vermuten. Da kann ich ja auch Beleidigendes sofort löschen und blocken. Und da kann ich mir auch erlauben zu sagen, ich lasse nicht jeden Kommentar auf meinen Seiten stehen, die meinen, andere herabzuwürdigen und nicht nur mich, sondern auch andere zu beleidigen. Teilweise Kommentierung auf Kommentierung: Das lasse ich nicht zu. Darüber ärgern sich dann Menschen und beschweren sich dann wieder bei anderen Medien, dass der Ministerpräsident sie geblockt hätte.Und dann kann ich immer nur sagen Nein, es ist der Privatbereich, meine persönliche Sphäre. So wie das Landesverfassungsgericht das ausdrücklich herausgearbeitet hat und wie es das Verwaltungsgericht von Weimar auch festgestellt hat. Dort steht Mensch als Kennzeichnung meiner Berufsbezeichnung. Mensch. [00:20:43.189] - Kirsten KramerDas ist ein Bereich, der bestimmt bei vielen, die nicht nur im Politischen unterwegs sind, sondern auch im Journalistischen, sehr viel Emotionen im Moment weckt und sehr viel naja, auch kaputt macht und sehr, sehr sensibel zu behandeln ist. Wir sind da ja mit vielen anderen Ländern im Gleichklang dabei, gegen Hass und Hetze intensiv vorzugehen. Thüringen ist da so ein bisschen gründlich in der Prüfung, bevor wir da große Plattformen eröffnen. Aber ich glaube, in dem Bemühen darum, das Netz ein bisschen freundlicher wieder zu machen und Respekt und gegenseitige Achtung auch wieder einzuhalten, haben wir alle viel zu tun.Wenn ich auf die Uhr gucke, haben wir, glaube ich, unseren Zeitrahmen bald erreicht. Aber ich habe noch zwei Fragen, zum einen: Haben Sie eigentlich einen Lieblings Medium?[00:21:27.620] - Ministerpräsident Bodo RamelowIch habe sehr viel Erfahrung mit Möglichkeiten gesammelt, die Sie selber anbieten. Also ich habe in einer früheren Zeit, als ich noch nicht Ministerpräsident war, sogar eine eigene Talkshow in Gera im Fernsehen gehabt mit dem CDU-Bürgermeister zusammen. Das war sozusagen rot und schwarz gemeinsam. Das war eine große Freude, das in Gera im Fernsehen dort eigenständig mit anbieten zu können. Ich glaube, das war im Rahmen des Stadtjugendrings, also das Teil des Formats den der Stadtjugendring anbietet.Das hat mir viel Spaß gemacht. Ich hatte sogar mal eine eigene Sendung in einem Erfurter lokalen Fernsehsender. Aber das war alles lange vor meiner Zeit als Ministerpräsident. Weil als Ministerpräsident halte ich mich da lieber raus. Und deswegen ist die Medienvielfalt das, was mir Freude macht. Ich gebe aber gerne zu, ganz persönlich, wenn ich mal eine Stunde Pause brauche, dann höre ich NDR-Kultur. Das ist ein Radioangebot, das mir irgendwie auf den Leib geschnitten ist, da gibt's am Sonntag immer eine Sendung, die gefällt mir sehr gut und ich genieße es einfach mal eine Stunde oder zwei Stunden in Ruhe ein bisschen im Buch lesen zu können und dabei dieses Kulturprogramm zu hören.Ich gebe das gerne zu. Ich habe keinen anderen Radiosender gefunden, bei dem ich das Gefühl habe, das ist für mich mal Pause. Das ist mal Erholung.[00:22:59.310] - Kirsten KramerAlso Multitasking. Selbst in der Freizeit lesen und Kultur hören gleichzeitig.[00:23:03.570] - Ministerpräsident Bodo RamelowDas ist, wenn das Angebot stimmig ist und man dabei sozusagen merkt, wie die Synapsen aufgehen und man das auch in sich aufnehmen kann, dann merkt man, dass es einfach auch Kraft gibt.[00:23:13.860] - Kirsten KramerZum Schluss noch ein kurzer Blick jetzt in die Zukunft.Die TLM wird 30 Jahre und wir haben heute ja ganz andere Aufgaben, als wir sie vor 30 Jahren hatten. Haben Sie eine Vision für uns? Für die nächsten 30 Jahre? Was kommt denn auf die TLM wohl zu?[00:23:28.890] - Ministerpräsident Bodo RamelowDas einzig Verlässliche ist die Veränderung und die TLM hat es in den 30 Jahren geschafft, die Veränderung immer zum Gegenstand ihrer Arbeit zu machen. Und da bin ich überzeugt, dass wird die TLM auch weiterhin machen. Sie wird einer der Treiber sein, die im Veränderungsprozess stabil stehen. Und ich glaube, das brauchen wir auch umso mehr, je mehr wir in der digitalen Welt merken, dass da auch gefährliche Tendenzen dabei sind, wie Fake News, Falschinformationen, Desinformation. Dazu braucht es qualifizierte Antworten. Und da war die TLM bisher immer diejenige, die auf der Suche nach den richtigen Formaten war und auch bleibt.[00:24:08.730] - Kirsten KramerMit diesem Statement, das uns glaube ich ganz stolz machen kann, darf ich mich herzlich bei Ihnen bedanken. Unsere Zeit ist rum. Es hat Spaß gemacht, mich mit Ihnen zu unterhalten, über moderne Medienpolitik, lokal, regional, global. Wir haben gesehen, dass alles auch irgendwie miteinander zu tun hat. Das war die erste Folge des neuen Podcasts der TLM unter dem Thema „MEDIEN! VIELFALT! THÜRINGEN!“. Vielen Dank fürs Zuhören. Auf Wiederhören bis zur nächsten Folge, in der mein Kollege sich mit dem Direktor der TLM unterhalten wird über moderne Medienaufsicht im 21.Jahrhundert.Mein Name ist Kirsten Kramer. Sie finden diesen Podcast zum Nachhören überall da, wo es guten Podcast gibt, unter anderem auf Spotify, Google Podcast oder Apple Podcast und natürlich auch auf unserer Homepage unter www.tlm.de

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