Preisträger des Rundfunkpreises Mitteldeutschland 2006 - Fernsehen
Kategorie „Bester Beitrag“

- Ralf Schietrumpf und Gerold Wucherpfennig, Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei
Preis (2.500 Euro)
Ralf Schietrumpf
Beitrag „Als der Frieden nach Halle kam, Folge 1“ gesendet von TV Halle
Historische Features sind hohe Schule. Bloßes Abfilmen alter Dokumente, garniert mit Schwarz-Weiß-Filmausschnitten und Zeitzeugen-Interviews vermittelt noch lange keinen Einblick in eine vergangene Zeit. Damit dies gelingt, braucht es Verständnis, Empathie, Recherche. Der Filmemacher muss einen eigenen Zugang zum Thema finden. Das Alles muss filmisch stimmig umgesetzt werden. In dem Beitrag „Als der Frieden nach Halle kam, Folge 1“ ist dies beispielhaft gelungen.
Kategorie „Bestes Porträt“

- Gabriele Kontor und Martin Putze, Olympiasieger im Viererbob 2006 in Turin
Preis (2.500 Euro)
Gabriele Kontor
Beitrag „Zwischen den Zeiten“ gesendet von Dresden Fernsehen
Der Filmautorin ist die Annäherung an Leben und Werk des Malers Heribert Fischer-Geising überzeugend gelungen. Er wird in diesem Porträt durch seine Werke sowie die Erinnerungen seiner Witwe Hildegard Fischer wieder lebendig. Die filmische Würdigung - entstanden zum 110. Geburtstag des Künstlers - zeigt die Bildwelten des Malers im sensiblen Vergleich zu den realen Landschaften seiner Heimat im Erzgebirge. Ein guter Text, eine angenehme Sprecherstimme, der ausgewogene Wechsel zwischen Kommentar und Originaltönen und nicht zuletzt die einfühlsamen Bilder sind Gründe für die Prämierung des Beitrages.
Kategorie "Bester Werbespot"

- Vertreter der Bauhaus-Universität und von salve.tv mit Guy Montavon, Generalintendant des Erfurter Theaters
Preis (1.000 Euro)
Lena Libertá
Werbespot „Rendezvous 2006“ gesendet von Salve.tv
Die Autorin lässt die Menschen aus der Tür treten, aus dem Fenster schauen. Etwas ganz Besonderes, womöglich Großartiges, auf jeden Fall Einmaliges geschieht. Draußen, suggeriert die Kamera, steht leibhaftig Napoleon. Die Dame an seiner Seite knickst. Die Stimme dahinter spricht französisch. Man weiß sofort, was sie sagt und genießt den Akzent bei der Nennung der Namen von Thüringer Orten, die auf einer Karte angezeigt sind. Das alles geschieht in einer Minute und 18 Sekunden: Ein Stück Welt im Werbespot. Das ist gelungen, ebenso der dramaturgische Aufbau und der Schnitt.
Sonderkategorie "Sport ohne Sponsor?"

- Katrin Taubert und Dr. Georg Flascha, KPMG Niederlassung Leipzig
Preis (1.000 EUR)
unterstützt von der KPMG, Niederlassung Leipzig
Katrin Taubert
Beitrag über den Schulsportverein des regionalen Förderzentrums e. V. in Schmalkalden
gesendet von werraTV
Der Beitrag zeigt, wie behinderte Sporttalente trainieren und zu welch erstaunlichen Leistungen sie fähig sind. Trainer und Betreuer beschreiben deren Situation mit klaren Worten. Die Autorin findet dafür die passenden Filmmomente. Schnitt, Bild und Ton wurden hervorragend aufeinander abgestimmt. Heranwachsende, die den Sport noch mehr als gesunde Kinder für ihre Entwicklung brauchen, bekommen ein Podium. Der Film leuchtet konsequent in die Nische.
Länderpreis Sachsen

- Anne Wiesigel, Dr. Victor Henle, Claudia Look-Hirnschal, Witja Frank, Udo Stötzner und Begleitung
Preis (500 EUR)
Witja Frank von der Witja Frank Filmproduktion
Beitrag „Boskopismus“ gesendet von Leipzig Fernsehen
„Obst an die Macht“ - fordert eine Leipziger Gruppe. Und zwar mit der Sprache, der Körpersprache, dem Auftreten sowie der Kleidung, die normalerweise ins Umfeld der Rechtsextremen gehören. Ironie auf hohem Niveau. Ein Film, der behutsam, aber passgenau sein Thema einfängt. Wo inszeniert wird, ordnet sich die Inszenierung unter. Interviews nehmen die ironische Oberfläche - scheinbar - ernst und verwitzeln diese nicht. Die Bildsprache bildet den pseudo-martialischen Aufmarsch ab und bricht ihn nicht. So ist es gelungen, ein spannendes Dokument, einen Gesellschaftskommentar, eine gelungene Reportage zu produzieren.
Länderpreis Sachsen-Anhalt

- Dr. Victor Henle, Claudia Look-Hirnschal, Udo Stötzner und Begleitung
Preis (500 EUR)
Udo Stötzner
Beitrag „Ich bin für dich da“ gesendet von TV Halle
Der Werbespot unterstützt die Kampagne „Kinder suchen Pflegeeltern“ der Stadt Halle. Mit dem Slogan „Ich bin für dich da“ sollen Familien gefunden werden, die Kindern ein Zuhause bieten. Interessierte werden am Schluss des Spots direkt angesprochen. Dieses Interesse wird zuvor mit einfühlsamen Bildern befördert. Emotional wirksam in der Einheit von Bild, Musik und sprachlicher Aussage tragen Kinder ihre Zukunftspläne vor. Sie regen dazu an, sich mit der Frage einer Pflegeelternschaft auseinander zu setzen.
Länderpreis Thüringen

- Anne Wiesigel, Dr. Victor Henle, Witja Frank
Preis (500 EUR)
Anne Wiesigel von der AVIDA post-production GmbH
Beitrag „Spiel mit dem Klang - eine Koreareise“ gesendet von Salve.tv
Der Film beginnt in Weimar im Park von Schloss Belvedere, dort lernen im Musikgymnasium Schüler aus aller Welt. Von da aus sind die Filmemacher mit dem Streichorchester der Schule auf Gastspielreise nach Südkorea gegangen. Auf der Reise porträtiert das Team die koreanische Cellistin Chae-Lin, die nun erstmalig in ihrem Heimatland auftritt. Beim Eintauchen der Orchestermitglieder in die ferne Kultur ist das Filmteam nah dran. Die Mischung von Reisebildern und Originaltönen der jungen Musiker sowie der koreanischen Gastgeber ist stimmig. Der ergänzende Kommentar und die sehr dichten Bilder geben dem Zuschauer das Gefühl, mit auf Reisen zu sein. Überzeugend ist auch die exzellente Qualität der Konzertaufzeichnungen in Bild und Ton.

- Alle Länderpreisträger 2006 mit Dr. Victor Henle
Jurymitglieder:
· Ulf Klysz, Versammlungsmitglied der Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA), Halle
· Dr. Jürgen Rasch, Versammlungsmitglied der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), Leipzig
· Ilona Wuschig, MDR-Fernsehen, Magdeburg
· Konrad Hirsch, freier Journalist, Dresden
· Ute Rang, Redakteurin bei der Thüringer Allgemeinen, Erfurt






