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Medienkompetenz

Preisträger 2003

Kategorie I (Medienpädagogische Schulprojekte ohne externe fachliche Betreuung):

Staatliche Grundschule „Martin Luther“ in Zella-Mehlis, Videoprojekt „REDCAP“ (1.250,-EUR)

Mit Phantasie und Witz haben die Schüler der Grundschule „Martin Luther“ das bekannte Grimm-Märchen „Rotkäppchen und der Wolf“ in die heutige Zeit umgeschrieben und es als Gerichts-Show verfilmt. Durch die aktive Medienarbeit erhielten die Kinder einen Einblick in die verschiedenen Produktionsphasen – von der Entwicklung der Geschichte bis zum Dreh. Sie konnten ihre Vorstellungen in den Produktionsprozess einbringen und sich selbst als Akteure vor der Kamera erfahren. Anknüpfend an den eigenen Medienerfahrungen standen in diesem Projekt die Kreativität der Kinder und das Experimentieren mit den Möglichkeiten der Technik im Vordergrund. Neben der guten Vorbereitung und der langfristigen, kontinuierlichen Projektarbeit in einem fächerübergreifenden Ansatz würdigt die Jury vor allem die klare Prozessorientierung, die in der Projektbeschreibung ausführlich dokumentiert wurde.


Staatliches Gymnasium Friedrichroda, Trickfilm „Mahlzeit“ (1.250,- EUR)

Das Projekt des Gymnasiums Friedrichroda überzeugt durch eine außergewöhnliche Trickfilmidee, die von den Schülern mit Phantasie und Kreativität umgesetzt wurde. Mit einfachsten Mitteln ist es den Schülern gelungen, eine witzige, spannende und unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Etwas Knetmasse und ein paar Bastelutensilien und schon beginnen die Lebensmittel im Kühlschrank zu leben: Im Kampf gegen die große Hand, die ihre Gemeinschaft bedroht, rufen sie die Riesenpizza zur Hilfe und bleiben am Ende - natürlich - Sieger.

Zudem ist die gute Vorbereitung und die Betreuung des Projekts durch die Lehrerin hervorzuheben. Sie ermöglichte es den Schülern, ihre eigenen Ideen selbständig zu realisieren, förderte in der Teamarbeit ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten und animierte sie, ihre Medienerlebnisse und ihre eigene Arbeit zu reflektieren.


Kategorie II (Medienpädagogische Schulprojekte mit externer medienpädagogischer Betreuung und medientechnischer Unterstützung)

Förderzentrum Marienstift Arnstadt
Hörspiel „Der Neue oder manchmal muss es ein Beinbruch sein“ (1.250,- EUR)

Das sehr gut vorbereitete und pädagogisch durchdachte Audioprojekt des Förderzentrums Marienstift Arnstadt orientiert sich konsequent an den Fähigkeiten und Problemen der beteiligten Schüler.

Eine intensive Vorbereitung und Reflexion der einzelnen Produktionsschritte ermöglichte es den Schülern, schrittweise die Mediensprache zu erlernen, mit den verschiedenen Möglichkeiten der Technik zu experimentieren, eigene Fähigkeiten zu erproben und Selbstvertrauen im Umgang mit der Medientechnik zu entwickeln. Anschließend konnten die Schüler die neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten bei der Produktion eines eigenen, selbst erdachten Hörspiels praktisch anwenden. Das Ergebnis ihrer Arbeit kann sich hören lassen: Die Texte sind überzeugend gesprochen, Geräusche sorgen für eine passende Atmosphäre und auch technisch ist das Hörspiel sauber umgesetzt.

Realisiert wurde das Projekt mit Unterstützung der TLM-Medienwerkstatt.


Staatliche Förderschule für Körperbehinderte Erfurt, Videoprojekt „Gewalt - gewaltig gut“ (1.250,- EUR)

Das Projekt „Gewalt - gewaltig gut“ der Staatlichen Förderschule für Körperbehinderte überzeugt durch die vorbildliche mediale Bearbeitung der Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen und hebt sich durch die Kombination verschiedener Real- und Trickfilmsequenzen von anderen Produktionen ab. Dieser Ansatz ermöglichte es den Jugendlichen, verschiedene Genres kennen zu lernen und auszuprobieren. Ausdrücklich würdigte die Jury zudem die schauspielerischen Leistungen der Schüler sowie den Einsatz und das Engagement der beteiligten Lehrer.

Im Ergebnis ist ein überzeugender „Antigewaltfilm“ entstanden, der an den Problemen, Ängsten und Alltagserfahrungen der Schüler anknüpft, alternative Handlungsstrategien vorstellt und eine positive Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt fördert. Mit einer besonders gelungenen Trickfilmdarstellung des Gedichts „Wie Hund und Katz“ von Wilhelm Busch unterstreichen die Schüler nachdrücklich, dass Gewalt nie zu etwas Gutem führt.

Die TLM-Medienwerkstatt half bei der Endbearbeitung des Videomaterials.


Kategorie III (Medienpädagogische Projekte in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Kindertagesstätten sowie Behinderteneinrichtungen)

Kindertagesstätte Zwergenburg in Elgersburg, Medienprojekt (2.500,- EUR)

Das Medienprojekt der Kindertagesstätte Zwergenburg zeigt eindrucksvoll, wie medienpraktische Arbeit mit Vorschulkindern aussehen kann.

Anknüpfend an die Lebenswelt der Kinder gelang es den Betreuern vorbildlich, ihre Schützlinge schrittweise für die Besonderheiten und die Gestaltungselemente verschiedener Medien (Bücher, Hörspiele, Fernsehen) zu sensibilisieren und dabei die Medienerfahrungen der Kinder zum Thema zu machen. Die Produktion einer Geräusche-CD, für die die Kinder typische Geräusche aus ihrem Alltag - vom Aufstehen bis zum Schlafengehen - zusammengetragen haben, bot ihnen die Möglichkeit, ihre Kreativität auszuleben und ihre eigenen Ideen auszuprobieren. Ganz besonders würdigt die Jury den durchdachten, langfristigen Projektaufbau, der in beispielhafter Weise auf die Fähigkeiten und Interessen der Kinder abgestimmt war. Das Projekt verdeutlicht einmal mehr, wie schon die Jüngsten zu Mediengestaltern und Produzenten werden können, ohne dass dabei Spaß und Spiel zu kurz kommen.


Sonderpreis für die besten Medienproduktionen von Kindern und Jugendlichen in Thüringen

Susann Pegenau, „Ein Brickfilm“ (500,- EUR)

Aus mehr als 1000 Einzelbildern montierte Susann Pegenau an ihrem Computer einen Brickfilm, der die Jury in jeder Hinsicht überzeugte. Brickfilme sind kurze Animationsfilme, in denen Legofiguren die Hauptrollen spielen.

Der Brickfilm von Susann Pegenau hebt sich sowohl durch seine Geschichte als auch durch die außergewöhnlich überzeugende filmische Umsetzung deutlich von anderen Produktionen dieses Genres ab. Voller kreativer Ideen und mit Liebe zum Detail, erzählt er von der Vertreibung der Phantasie aus dem multimedialen High-Tech-Kinderzimmer und zieht den Zuschauer schnell in seinen Bann.

Der Film beeindruckt vor allem durch den spielerischen Umgang mit Geräuschen und die ungewöhnlichen Großaufnahmen, in denen sich die Gefühle des Protagonisten in seinem Gesicht widerspiegeln. Zudem würdigt die Jury die filmästhetische und die filmtechnische Leistung sowie den enormen Arbeitsaufwand, der mit der Produktion verbunden war.


Sonderpreis des Thüringer Kultusministeriums
  • Staatliche Regelschule Straußfurt und Staatliche Förderschule für Körperbehinderte Erfurt, Video „Schatzsuche“
  • Staatliche Regelschule Helene Lange, Friedrichroda, Video „Filmriss“
  • Staatliche Grundschule Lobenstein, Video „Eine tierische Geschichte“
  • Hörclub der Barfüßerschule Erfurt, Hörspiel „Das Märchen vom dicken, fetten Pfannekuchen“
  • Staatliche Grundschule Katzhütte, Hörspiel „Blinkis Abenteuer“