Fachtagung „Qualitätsentwicklung in Bürgermedien“
der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) und des Bundesverbandes Bürger- und Ausbildungsmedien (BVBAM) mit Unterstützung des Beauftragten für Bürgermedien und Medienkompetenz der Landesmedienanstalten
fand am 16. September 2011 im Jugend- und Kulturzentrum „mon ami“ in Weimar statt.
„Mit der Qualität ist es wie mit der Zeit. Wenn man nicht darüber nachdenkt, glaubt man zu wissen, was Qualität ist. Fängt man jedoch an, sich damit auseinanderzusetzen, so schwinden die vermeintlichen Gewissheiten.“
Prof. Dr. Erich Schäfer
Das Thema Qualität war lange Zeit kein vordergründiges Thema für die Bürgermedien. Der Qualitätsdiskussion wurde bislang mit dem Argument der Toleranz gegenüber dem medialen Engagement als demokratisches Urelement der Sender eher aus dem Weg gegangen. Seit der Erschließung des Europäischen Parlaments zu gemeinnützigen Bürger- und Alternativmedien wird vermehrt darauf hingewiesen, „…dass eine hohe Qualität der Bürgermedien von entscheidender Bedeutung ist, damit sie ihre Potentiale ausschöpfen können.“
Wenn von Medienqualität oder Qualität in den Medien die Rede ist, so wird diese in der Regel auf Inhalte, Formen und Technik bezogen. Noch entscheidender als diese Differenzierung ist aber der Unterschied, dass bei den Bürgermedien nicht nur Medienprodukte im Vordergrund stehen, sondern gleichzeitig die Interaktionsprozesse ehrenamtlich tätiger Bürger die Qualität bestimmen. Qualität in den Bürgermedien hat demnach mehrere Aspekte, die es auf dem Weg zum „gelungenen Bürgerrundfunk“ zu berücksichtigen gilt:
• Die Qualität der Medienprodukte (Inhalte, Formen, Technik und Gebrauch),
• die Qualität der Medienbildung (Wissen, Können, soziale Integration) und
• die Qualität der Organisation (Mitarbeiter, Rahmenbedingungen).
Ziel der Fachtagung ist, einerseits Sensibilisierung für die Bedeutung der Qualitätsdiskussion in den Bürgermedien zu leisten und anhand einiger Beispiele verschiedener Qualitätsentwicklungsprozesse zu zeigen, welche Instrumente und Verfahren den Aktiven vor Ort an die Hand gegeben werden können, die ihnen helfen, an ihrer Qualitätsentwicklung zu arbeiten.
Ziel ist andererseits auch, den im Medien- und Kommunikationsbericht formulierten Forderungen der Bundesregierung Nachdruck zu verleihen: „…aus Sicht der Bundesregierung ist es unerlässlich, dass für die weitere Entwicklung der Bürgermedien der eingeschlagene Weg der Professionalisierung weiterhin konsequent beschritten wird. Eine klare Programmstrukturierung und die Einhaltung qualitativer Standards müssen weiterhin zentrale Orientierungspunkte sein.“
Programmablauf
13.00 Uhr Begrüßung
Jochen Fasco, Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Erfurt
Georg May, Bundesverband Bürger- und Ausbildungsmedien (BVBAM), Lehrte
13.15 Uhr Impulse
Bürgermedien und Zivilgesellschaft aus Sicht der Bürgermedien
Katja Friedrich, medien+bildung.com, Ludwigshafen
Bürgermedien und Zivilgesellschaft aus Sicht der Zivilgesellschaft
Dr. Ansgar Klein, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), Berlin
Bürgermedien und Zivilgesellschaft – Orientierungspunkte für die Qualitätsentwicklung
Prof. Dr. Erich Schäfer, Fachhochschule Jena
Eva Heinold-Krug, Beratung-Coaching-Qualitätsentwicklung, Mainz
14.30 Uhr Workshops
Forum 1: Beispiel I: Rheinland-Pfalz
Christian Köllmer, Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK), Ludwigshafen
Forum 2: Beispiel II: Thüringen
Prof. Dr. Erich Schäfer, Fachhochschule Jena
Cornelia Moersch, LAG Bürgermedien und
Kollegen des Thüringer Bürgerrundfunks
Forum 3: Beispiel III: Mecklenburg-Vorpommern
Bert Lingnau, Medienanstalt Mecklenburg Vorpommern (mmv), Schwerin
Florian Kerkau, Goldmedia, Berlin
Forum 4: Beispiel IV: Schweiz
Juan Widmer, Media Quality Assessment, Zürich
Linda Muscheidt, Radioschule klipp+klang, Zürich und Radio X, Basel
15.30 Uhr Kaffeepause
16.00 Uhr Panel
Qualitätsentwicklungsprozesse in Bürgermedien – ein Vergleich
Jochen Fasco, Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Erfurt
Eva Heinold-Krug, Beratung-Coaching-Qualitätsentwicklung, Mainz
Christian Köllmer, Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK), Ludwigshafen
Georg May, Bundesverbandes Bürger- und Ausbildungsmedien (BVBAM), Lehrte
Prof. Dr. Vinzenz Wyss, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Zürich
Moderation: Prof. Dr. Jeffrey Wimmer, TU Ilmenau
17.00 Uhr Ausblick
Bürgermedien 2020 – Aus der Sicht eines Medienphilosophen
Prof. Dr. Mike Sandbothe, Medienphilosoph Hamburg







