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Ostdeutschland im Fernsehen

Fernsehen ist für viele Menschen die wichtigste oder sogar einzige Informationsquelle über das Leben und die Menschen im jeweils anderen Teil des wiedervereinigten Deutschlands. Die TLM gab deshalb unter finanzieller Mitwirkung der Medienanstalt Sachsen-Anhalt Mitte 1997 ein Forschungsprojekt zur Darstellung Ostdeutschlands im deutschen Fernsehen in Auftrag.

Wissenschaftler aus Ost (Universität Leipzig) und West (Hans-Bredow-Institut Hamburg) gingen der zentralen Fragestellung nach, welcher Raum der Darstellung Ostdeutschlands in verschiedenen Programmen, Genres und Kontexten eingeräumt und welches Bild dadurch von den ostdeutschen Ländern verbreitet wird.

Das Ergebnis ist differenziert. Zwar ist das Informationsangebot über westliche Länder viermal größer als über ostdeutsche, insgesamt aber nur auf wenigen Sendeplätzen zu finden. Es gibt auch vernachlässigte westliche Länder. Über die ostdeutschen Bundesländer wird in der Tendenz nicht schlechter berichtet als über die westdeutschen. Der Osten wird jedoch fast nur als ökonomische und politische Herausforderung thematisiert. Kulturelles und gesellschaftliches Leben kommt kaum vor. Ostdeutsche Akteure finden sich vornehmlich im Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit, Armut, Umweltfragen, privaten Schicksalen sowie Sex und Erotik. Westdeutsche reden im deutschen Fernsehen fast ausschließlich mit Westdeutschen und Ostdeutsche fast nur mit Ostdeutschen. Die Wissenschaftler lassen offen, ob die erhobenen Ergebnisse Spiegel der gesellschaftlichen Realität oder nur eine Medienrealität wiedergeben.